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Band
Piraten-Rock gibt’s erstmal nur auf CD

Die Band Tortuga in Feierlaune: Tina und Gernot Gebhard, Andreas Meyer und Sebastian Clausen (von links) spielen sehr erfolgreich ihren so genannten Piraten-Rock.
Die Band Tortuga in Feierlaune: Tina und Gernot Gebhard, Andreas Meyer und Sebastian Clausen (von links) spielen sehr erfolgreich ihren so genannten Piraten-Rock. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Dillingen. Wegen Familienzuwachs kann die Dillinger Band Tortuga ihren Fans zurzeit keine Live-Auftritte anbieten. Von Carolin Merkel

In den vergangenen zwei Jahren hat sich im Leben von Gernot und Tina Gebhard aus Dillingen ganz schön was verändert. Bei unserem letzten Besuch im Herbst 2015 fieberte das Paar als Captain Mary Red und Sir Blackbeard seinem ersten Auftritt entgegen. Gemeinsam hatten die beiden Hobbymusiker das Bandprojekt „Tortuga“ im Jahr 2013 in einer Silvesternacht aus der Taufe gehoben, die erste CD unter dem Titel „Pirate‘s Bride“ im eigenen Tonstudio im Keller produziert. In zehn Songs erzählen sie darin die Geschichte der Piratenbraut Mary Red alias Tina Gebhard – nicht, ohne sich dabei selbst auch mal auf den Arm zu nehmen.


Sich und die Musik nicht zu ernst nehmen, vor allem Spaß an dem zu haben, was sie tun – das hat sich das Paar, das mittlerweile Eltern von zwei Kindern geworden ist, auch für die Zukunft auf die Fahne geschrieben. Während beim ersten Treffen die beiden als Paar auftraten, sind sie nun zu sechst. „Sowohl bandtechnisch als auch familiär hat sich in den zwei Jahren sehr viel getan“, verrät Tina Gebhard, Frontfrau und Koordinatorin des Bandprojekts. Das Paar freut sich über Tochter Helena und den erst wenige Wochen alten Sohn Bastian. Und ganz klar, das betonen beide, liegt der Fokus daher auf der Familie, Live-Auftritte der Band müssen erst einmal warten.

Trotz Mutterrolle hat es Tina Gebhard aber geschafft, sich in den vergangenen Wochen immer wieder in den Keller aufzumachen und die neuen Songs für die brandaktuelle zweite CD „When the shit hits the fan“ einzusingen. „Wir wollen und können aktuell nicht zu viel Zeit investieren, aber auch nicht ganz von der Bildfläche verschwinden“, sagt Tina Gebhard. Vor allem, weil sich Tortuga auch noch auf ganz andere Weise über Zuwachs freuen konnte.



Mit Andreas Meyer aus Konfeld und Sebastian Clausen aus Weiskirchen haben die zwei musikalische Verstärkung bekommen. Schlagzeuger Meyer alias Woodleg Willy ist Berufsmusiker und hat bereits beim ersten Album mitgespielt. „Anfangs hat er uns ab und zu geholfen, jetzt ist etwas Festes daraus geworden“, erklärt Gernot Gebhard.

Im vergangenen Jahr kam schließlich Hobbymusiker Clausen alias Jack the Knife mit seiner Gitarre dazu. Er hat der Band bei einem Live-Auftritt ausgeholfen, die Beziehung entwickelte sich. Für beide, das betonen sie, ist die Intensität von Proben, Auftritten und Produktion genau passend.

Passend sind aber auch die auffälligen Piraten-Outfits, die bei den beiden Musikern aus dem Nordsaarland auf große Gegenliebe stoßen. Zu dem Piratenlook und der Thematik ist den Bandmitgliedern das Piratentum aber auch sonst ans Herz gewachsen. „Unsere Musik wird nicht verkauft. Jeder, der möchte, kann sie kostenlos hören“, betont Gernot Gebhard alias Sir Blackbeard. „Wir stehen mit unserem Bandprojekt für freies Kulturgut“, betont er. „Metall- und Coverbands gibt es unendlich viele. Doch das hier hat einen ganz eigenen Charakter“, weiß der erfahrene Meyer. Vielleicht, verrät Tina Gebhard, wird Tortuga in diesem Jahr noch live zu erleben sein. Doch bei all den anderen Verpflichtungen lautet die Devise bei allen vier: „wohldosiert und wohlüberlegt auftreten“. Bis dahin kann sich jeder die Musik völlig kostenlos und unverbindlich anhören.

Info und Kontakt: Tortuga: Tina und Gernot Gebhard, Stuttgarter Straße 30, 66763 Dillingen, E-Mail: contact@tortuga-band.de.