Pausenkirche: Ein Ort der Ruhe in der oft hektischen Vorweihnachtszeit

DILLINGEN : „So etwas gibt es bei uns nicht“

Ein Ort der Ruhe in der hektischen Weihnachtszeit: Menschen von Saarbrücken bis Mettlach zieht es in die Dillinger Pausenkirche.

Bereits zum zehnten Mal findet zwischen dem ersten und zweiten Advent in der Pfarrkirche Heilig Sakrament die sogenannte Pausenkirche statt. Die ökumenische Initiative von katholischer und evangelischer Kirche unter Einbeziehung der neuapostolischen Kirche lockt mehr und mehr Menschen in den Saardom, nicht nur Dillinger, sondern von Saarbrücken bis Mettlach. Sie suchen die besondere Atmosphäre in dem Gotteshaus sowie Ruhe und Stille in der oft hektischen Vorweihnachtszeit.

Allein am Dienstag kamen rund 100 Besucher. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagt Dekanatsreferent Thomas Ascher, der 2010 die Idee hatte, die er seitdem mit zahlreichen Helferinnen erfolgreich umsetzt.

Im Saardom werden an verschiedenen Stationen Möglichkeiten zum Entspannen und zur inneren Einkehr geboten. Da sitzt eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter in der Mal-Ecke, ein Mann trägt seine Gedanken in das „Buch der Anliegen“ ein, ein Ehepaar sitzt am Bibel-Lesetisch.

Um den Wunschbaum, den die Pachtenerin Heidi Guß täglich betreut, drängen sich etliche Besucher, während andere an der „Hör-Bar“ bei Musik entspannen. „Das war für mich sehr inspirierend“, meint Ortrud aus Dillingen. Die 54-Jährige kommt schon „seit sechs, sieben Jahren“ in die Pausenkirche, geht die Stationen ab. In der angenehmen Dom-Atmosphäre wolle sie „ein bisschen was für die Muße tun“, von der hektischen Betriebsamkeit draußen abschalten.

Das „besondere Ambiente“ der Pausenkirche lockt auch Gerhard und Ulrike Schneider alle Jahre wieder an. Die beiden kommen aus Nalbach in die Dillinger Kirche, um die „Ruhe und Stille zu genießen“ und die Stimmung mit ihren Kameras einzufangen. „Endlich mal nicht der typische Weihnachtsrummel“, ist der Nalbacher begeistert.

An der Station „Bilder sprechen“, sagen mehr als 1000 Worte, sitzt Marietta Klein (Dillingen). Die 73-Jährige überlegt nach dem Betrachten, was das Bild ihr sagt: „Es strahlt viel Unruhe aus, aber auch Kraft und Energie“, sieht sie vor allem das Positive. Sie geht regelmäßig in die Pausenkirche, um dort ihre Ruhe zu finden. Das macht sie allerdings auch das ganze Jahr über an Sonntagnachmittagen („dann bin ich ganz alleine“), um zu meditieren.

Aus Mettlach kommen Petra und Günter „extra hierher, weil es uns so gut gefällt.“ So etwas wie die Pausenkirche „gibt es bei uns nicht“, freuen sie sich schon auf den Pausenklang.

Den gestaltete am Dienstag Paul Weber mit seiner Band „Grooving Fusion“ und Sängerin Jessica Schöfer. Sie improvisieren mit E-Gitarre, Didgeridoo und weiteren Instrumenten, meditativ auch ihr Klangbild. Dazwischen las Verena Hilt aus Beckingen besinnliche Texte. Die junge Frau gehört zu einem Team aus allen Dillinger Pfarreien, die Anita Engel zusammengestellt hat.

Für Anna Rosenberg aus Merzig, die mit einer Gruppe von zehn Frauen da ist, bedeutet die Pausenkirche „einen schönen Jahresabschluss“. „Wir haben das letztes Jahr entdeckt“, ergänzt ihre Kollegin Anette Kerwer vom Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungszentrum Beckingen.

Heidi aus Pachten (l.) und Petra aus Mettlach vorm Wunschbaum. Foto: ajk. Foto: Künkeler
Horst Paul Weber mit seiner Band „Grooving Fusion“. Foto: Künkeler

„Das ist ein tolles Angebot zum Innehalten im Advent“, bestätigt Susanne Amore aus Diefflen. Die drei Hauptamtlichen sind mit ihrem Hospiz-Helferinnen-Kurs in die Pausenkirche in Dillingen gekommen – und sicher nicht zum letzten Mal da.

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