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Pfadfinder und Bienen
Ohne Angst ging es frisch an die Waben

Die Pfadfinder Hüttersdorf besuchten für ihr Bienenprojekt Hobbyimker Matthias Kremer in Diefflen.
Die Pfadfinder Hüttersdorf besuchten für ihr Bienenprojekt Hobbyimker Matthias Kremer in Diefflen. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Diefflen. Spannende Einblicke in die Welt der Bienen bekamen die Pfadfinder aus Hüttersdorf bei Hobbyimker Matthias Kremer.

  „So etwas habe ich noch nicht gesehen. Die Kinder waren wirklich sehr mutig“, sagt Hobbyimker Matthias Kremer nach der kleinen Vorführung an den Bienenvölkern auf der Wiese in Diefflen. Rund zehn junge Pfadfinder vom Stamm Albert Schweitzer Hüttersdorf haben Kremer, gut geschützt mit einem Imkeranzug und dicken Handschuhen, zu den Bienenvölkern begleitet und aufmerksam die verschiedenen Arbeitsschritte verfolgt. Am Ende dürfen die mutigsten Jungen und Mädchen selbst einmal eine Wabe voller Bienen in den Händen halten.


„Ich habe bei der ersten Wabe ganz ehrlich gedacht, das ist doch nicht sein Ernst, als er die rausgeholt hat“, verrät die zehn Jahre alte Stella, nachdem sie in sicherer Entfernung zu den Bienen den Anzug wieder ausgezogen hat. „Herr Kremer hat uns vorher genau erklärt, dass wir uns nicht vor das Ausflugloch stellen dürfen und auch keine hektischen Bewegungen machen sollen“, sagt sie.

Schon ein bisschen Angst, gestochen zu werden, hat die gleichaltrige Liane, doch zum Glück ist alles gut ausgegangen, auch sie kann die Bienenvölker ganz aus der Nähe betrachten.



Noch ein Stückchen näher kommt den Bienen die ebenfalls zehn Jahre alte Tara. „Der Mann meiner Patentante hat Bienen, und auch bei uns im Garten fliegen viele herum. Mir hat das nichts ausgemacht, eine Wabe in der Hand zu halten“, erzählt sie. Ebenso wie die gleichaltrige Leonie liebt Tara Honig und weiß schon viel über die Bienen. Kein Wunder, schließlich ist die Biene, egal ob Honig- oder Wildbiene, derzeit Thema Nummer eins in ihrem Pfadfinderstamm. In Theorie und Praxis erfahren die Kinder und Jugendlichen in ihren Gruppen vieles rund um die Insekten und die Zusammenhänge.

Das Projekt des Landesverbands Rheinland-Pfalz-Saarland des Bund deutscher Pfadfinder (BdP) heißt kurz „RPS summt“ und nimmt die Bienen in den Blick. In den Gruppen, erzählt Ronja Stein, eine der Leiterinnen, wurden bereits Insektenhotels gebaut und Futter für Insekten hergestellt und ausgebracht. Nicht fehlen durfte da der Besuch bei einem Imker.

In Matthias Kremer vom Bienenzuchtverein Dillingen haben die Hüttersdorfer Pfadfinder einen engagierten Imker gefunden, der sich besonders gerne um den Nachwuchs kümmert. „Was die Kinder heute hier erlebt haben, das werden sie nicht mehr vergessen“, ist er sicher. Ihm geht es darum, den Nachwuchs sensibel zu machen für die Zusammenhänge. „Vielleicht springt ja später sogar der ein oder andere Imker dabei heraus“, hofft er. Für Leonie eine verlockende Idee. Wobei, das verrät sie, es vielleicht besser wäre, wenn der Papa oder der Opa Bienenvölker hätte und sie den leckeren Honig bekäme.

Dass Bienen nicht nur allein zur Honiggewinnung gut sind, sondern auch zum Bestäuben der Bäume, damit Obst wächst, das weiß Tara. Mit viel Fachwissen begeisterte der Nachwuchs den Hobbyimker. Doch, dass auch die Honigbienen ohne die Hilfe des Menschen nicht überlebensfähig sind, das war für alle neu.

(cim)