Offenes Ohr für Schüler

Dillingen. Seit 5.30 Uhr ist Brigitte Göhl an diesem Montag auf den Beinen, seit sieben Uhr an ihrem Arbeitsplatz. Die 53-jährige Siersburgerin ist Schulsekretärin an der IGS Dillingen.Noch bevor die ersten Schüler eintreffen, beginnt sie ihr Tagwerk. "Zuerst schaue ich nach, ob Faxe angekommen sind, sehe die Post durch und checke meine E-Mails

Dillingen. Seit 5.30 Uhr ist Brigitte Göhl an diesem Montag auf den Beinen, seit sieben Uhr an ihrem Arbeitsplatz. Die 53-jährige Siersburgerin ist Schulsekretärin an der IGS Dillingen.Noch bevor die ersten Schüler eintreffen, beginnt sie ihr Tagwerk. "Zuerst schaue ich nach, ob Faxe angekommen sind, sehe die Post durch und checke meine E-Mails. Da läuft am Montagmorgen immer etwas auf", erzählt Göhl. Wenige Sekunden später kommt der stellvertretende Schulleiter Bernd Scholl ins Sekretariat und verkündet die erste Krankmeldung eines Lehrers. "Ich führe darüber Buch, welcher Lehrer wann und wie lange gefehlt hat", sagt Brigitte Göhl. Die Angaben fasst sie einmal im Jahr in einer Statistik zusammen, die dann ans Statistische Landesamt geschickt wird. Göhl: "Das muss ich heute noch fertig machen."

Gegen 7.15 Uhr trudeln die ersten Schüler ein. Ein Mädchen aus der 5. Klasse betritt das Sekretariat und bittet Brigitte Göhl um den Schlüssel für den Klassenbuchschrank. "Sie ist immer ganz früh da und schließt für mich den Schrank mit den Klassenbüchern auf. Da ist sie ganz stolz drauf", berichtet Göhl und lächelt. "Das mag ich an meinem Job. Nur Verwaltungsarbeit könnte ich nicht machen. Aber hier sind die Kinder, und da ist immer was los,", betont sie.

Die Siersburgerin ist selber Mutter von drei Kindern. Der jüngste Sohn ist 18 Jahre alt und macht in diesem Jahr sein Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Dillingen.

Ihre Mutterqualitäten kommen ihr bei der Arbeit zugute. Gerade zu Schulbeginn habe sie oft die Kleinen aus der 5. Klasse mit Bauchschmerzen hier sitzen. Göhl: "Die Umstellung ist für viele schwer. Da ist man hier auch mal Krankenschwester oder eine Art Mutter."

Für die Schüler hauptsächlich verantwortlich sind aber ihre Arbeitskollegen. Göhl: "Ich bin eher zuständig für die Lehrer." Kurz darauf betritt auch gleich eine Praktikantin das Sekretariat und fragt nach einer Kopierkarte, um Übungsaufgaben für ihre Vertretungsstunde zu kopieren. Auch über die Kopierkarten führt Brigitte Göhl Buch.

7.35 Uhr ertönt der Gong zur ersten Schulstunde. Dann wird es ruhiger für die Sekretärin. Jetzt kann sie ihre Schreibtischarbeit erledigen. Sie kopiert und prüft Rechnungen, sendet Anträge von Lehrern auf Fortbildungen an das Bildungsministerium, bereitet Dokumente vor, die die Schuldirektorin Ruth Breuer später unterzeichnen muss. Göhl: "In der Zeit bis zur großen Pause um neun Uhr kann ich viel erledigen." Danach wird ihr Sekretariat wieder einem Bienenstaat ähneln mit Eltern, die Fragen haben, Lehrern, die Unterlagen abgeben, und Schülern, die Bescheinigungen oder nette Worte brauchen.

Hintergrund

Arbeit ist ein Räderwerk, das niemals still steht. Rund um die Uhr wird irgendwo gearbeitet. Viele Tätigkeiten greifen ineinander, um die Wirtschaft und unser tägliches Leben am Laufen zu halten.Die SZ geht vor Ort zu den Menschen, die Tag und Nacht arbeiten. So entsteht ein Mosaik der Berufswelt in unserer Region rund um die Uhr. Und im Stundentakt: SZ-Journalisten besuchen Männer und Frauen für je eine Stunde an ihren Arbeitsplätzen und berichten darüber. red