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Fußball-Oberliga
Die Hertha kocht harmlosen VfB ab

Der Vorwärtsdrang des Dillingers Andrej Rupps wird hier abrupt vom Wiesbacher Marcel Schorr gestoppt. Auch ansonsten gelang dem VfB im Saarderby nach vorne relativ wenig.
Der Vorwärtsdrang des Dillingers Andrej Rupps wird hier abrupt vom Wiesbacher Marcel Schorr gestoppt. Auch ansonsten gelang dem VfB im Saarderby nach vorne relativ wenig. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
Dillingen. Der FC Hertha Wiesbach hat das Oberliga-Saarderby beim VfB Dillingen klar mit 3:0 zu seinen Gunsten entschieden. Während die Hertha durch den Dreier auf Platz zehn vorrückte, stecken die Gastgeber weiter im Tabellenkeller fest. Von Philipp Semmler

Fast hätte sich Maurice Urnau vom Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach am Samstag selbst beschenkt: In der Nachspielzeit der Partie beim VfB Dillingen setzte der Offensivspieler, der am Spieltag 26 Jahre alt wurde, nach einer Flanke von Fabio Pelagi zu einem Flugkopfball an. Der hätte auch genau gepasst, aber VfB-Schlussmann Jan-Philipp Greff fischte die Kugel mit einem tollen Reflex aus dem Eck.


Urnau konnte es verschmerzen, denn zu diesem Zeitpunkt lag sein Team schon uneinholbar mit 3:0 vorne. Wenig später war Schluss. Die Hertha-Akteure bildeten danach einen Kreis und sangen ihrem Mitspieler erst ein Geburtstagsständchen, bevor sie lautstark „Derbysieger, Derbysieger“ skandierten.

Auch ein paar Meter weiter formierte sich ein Kreis. Dort war die Stimmungslage allerdings deutlich schlechter. VfB-Trainer Daniel Kiefer, sonst eher ein ruhiger Übungsleiter, redete nach der dritten Niederlage seiner Mannschaft in Folge gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib wütend auf seine Akteure ein.



„Gerade von unseren Führungsspielern kam heute viel zu wenig“, ärgerte sich der 24-Jährige auch später noch im SZ-Gespräch. „Wiesbach hat uns mit ganz einfachen Mitteln verdient geschlagen.“ Der VfB bleibt damit weiter Tabellenvorletzter – und droht so langsam, die Nichtabstiegsplätze aus den Augen zu verlieren.

Selbst wenn der Aufsteiger die Punkte aus der abgebrochenen Partie gegen die TuS Koblenz erhält (das Verbandsurteil über die Wertung dieser Begegnungen liegt weiterhin nicht vor), hat Dillingen immer noch sieben Punkte Rückstand auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz. „Es wird jetzt verdammt schwer, da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, sagt Kiefer.

Elf Punkte mehr als die Hüttenstädter hat seit Samstag der FC Wiesbach. Durch den Dreier beim VfB verbesserte sich das Team von Trainer Michael Petry von Platz zwölf auf Rang zehn. „Wir haben das heute gut gemacht und am Ende auch in der Höhe verdient gewonnen. Während wir noch zwei, drei Möglichkeiten vergeben haben hatte Dillingen fast keine Torchancen“, urteilte Petry.

Für seine Elf begann die Partie optimal. Schon in der zweiten Minute brachte Fabio Pelagi die Gäste in Führung. Der 20-Jährige nutzte nach einem Freistoß von Giovanni Runco ein Abstimmungsproblem in der Dillinger Hintermannschaft zum Führungstreffer. „Fabio hat heute stark gespielt. Er hat viele Zweikämpfe gewonnen und sich dafür mit einem Tor belohnt“, lobte Petry.

Mit der frühen Führung im Rücken beschränkte sich Wiesbach bis zur Pause auf das Verwalten des Vorsprungs. Dillingen konnte davon aber nicht profitieren. Die Hausherren waren im Spiel nach vorne zu harmlos. Mit einer Ausnahme: In der 32. Minute legte Matthias Krauß von der Grundlinie für den freistehenden Andrej Rupps auf. Der scheiterte aber am Außennetz. Diese Szene sollte bis zum Schlusspfiff die einzige Großchance des VfB bleiben.

Wiesbach zog dagegen im zweiten Abschnitt ab und zu die Zügel an – und kam zu zwei weiteren Treffer. In der 62. Minute schickte Runco seinen Mitspieler Djibril Diallo steil und der vollstreckte zum 2:0. Drei Minuten vor Schluss zog Runco nach einem Querpass von Diallo ab und die Kugel ging zum 3:0-Endstand ins Netz.

Dillingen ist nun am Samstag um 14.30 Uhr in einem weiteren Derby beim Tabellendritten SV Röchling Völklingen zu Gast. Wiesbach empfängt am selben Tag um 15.30 Uhr Hassia Bingen.