Serie Schülerforschungspreis: Nicht nur Rotorblätter können Wind anzapfen

Serie Schülerforschungspreis : Nicht nur Rotorblätter können Wind anzapfen

Dillinger hat jetzt erstmalig einen Schülerforschungspreis vergeben. Die SZ stellt in einer Serie die Sieger dieses Wettbewerbs vor.

Den ersten Platz beim ersten Schülerforschungspreis von Dillinger haben Lea Burger und Bonita Ruppert belegt. Ihre Arbeit zur „Windenergie am Windradturm“ hat die Jury überzeugt und den jungen Forscherinnen ein Preisgeld von 1000 Euro eingebracht. Die beiden 17-Jährigen haben gerade ihr Abitur am Robert-Schuman-Gymnasium bestanden und wollen im Herbst ihr Studium beginnen.

Zwei Jahre lang haben sie an ihrem Projekt gearbeitet. Die Idee stammt von Lea und ist im Seminarfach „Jugend Forscht“ entstanden. Mit Bonita wurde experimentell untersucht, wie mehr Energie an Windrädern gewonnen werden kann. Zuerst prüften sie anhand selbst gebauter Modelle, ob die am Turm vorbeiwehenden Winde mithilfe ringförmiger Vertikalachs-Rotoren genutzt werden können.

Erfolgreicher war die Idee, durch verschiedene physikalische Effekte im Inneren des Turms, ähnlich dem Kamineffekt, Aufwinde zu erzeugen. Die Tests im selbstgebauten Windkanal und Messreihen ergaben, dass so eine Leistungssteigerung von etwa zwei Prozent am Windrad erzeugt werden kann. „Haben Sie schon einen Patentantrag gestellt?“, war ZKS-Geschäftsführer Alois Streißelberger begeistert. Ob die beiden jungen Frauen das Projekt weiterverfolgen, steht aber noch nicht fest. Dabei waren sie damit schon mehrfach erfolgreich. Bei „Jugend forscht“ haben Lea Burger und Bonita Ruppert auf Landesebene den ersten Platz belegt und am Bundesfinale in Chemnitz teilgenommen. „Außerdem haben wir beim Bundes-Umwelt-Wettbewerb teilgenommen und durften das Projekt bei der Jurytagung in Kiel präsentieren“, berichtet Lea.

Sie hat bereits neben der Schule ein technik-affines Juniorstudium (Systems Engineering und Physik) an der Universität absolviert, den ersten Platz bei der Mathe-Olympiade im Saarland belegt und an der Bundesrunde in Chemnitz teilgenommen. Doch Technik, Schule, Studium sind längst nicht alles im Leben der jungen Frau aus Saarwellingen. Ihre vielfältigen Hobbys liegen im musischen (Chor, Querflöte), sportlichen (Trainerin bei der DLRG) und im kirchlich-sozialen Bereich (Messdiener, Gruppenleiterin im Jugendrotkreuz, Sanitäterin im DRK).

Sportlich unterwegs ist auch die gleichaltrige Bonita Ruppert aus Alforweiler. Den Pferden und dem Reitsport gilt ihre ganze Leidenschaft. Nachdem die beiden zuletzt ganz fokussiert waren auf ihre Abi-Prüfungen, richtet sich der Blick nun auf den nächsten Lebensabschnitt. „Ich will jungen Menschen helfen, die es etwas schwieriger im Leben haben“, nennt Bonita als ihr Ziel. Daher strebt sie ein Studium der Sozialpädagogik und der Theaterpädagogik an.

Lea möchte ein Medizinstudium beginnen. Gesundheit und Soziales also als Studien- und Berufsziel der jungen Forscherinnen, in die Technik zieht es die hoffnungsvollen Talente wohl nicht.

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