Neulich am Albert-Kremer-Platz

Pachten. Drei Steine rahmen die Gedenktafel ein. Es sind Sitzsteine des ehemaligen römischen Theaters bei Pachten. Jetzt halten sie die Inschrift, die an Albert Kremer erinnert, früherer Rektor der Römerschule, langjähriges Stadtratsmitglied und engagierter Heimatforscher. Am Freitag wurde der neue Platz gegenüber dem Eingang der Römerhalle nach ihm benannt

Pachten. Drei Steine rahmen die Gedenktafel ein. Es sind Sitzsteine des ehemaligen römischen Theaters bei Pachten. Jetzt halten sie die Inschrift, die an Albert Kremer erinnert, früherer Rektor der Römerschule, langjähriges Stadtratsmitglied und engagierter Heimatforscher. Am Freitag wurde der neue Platz gegenüber dem Eingang der Römerhalle nach ihm benannt. Einen wesentlichen Beitrag trug der am 12. Juli 1901 geborene Albert Kremer zur Erforschung der gallorömischen Vergangenheit Dillingens bei. Wurden bei Bautätigkeiten in den 50er Jahren antike Gegenstände gefunden, war Albert Kremer zur Stelle und schätzte die Bedeutung der Funde ein, sagte Bürgermeister Franz-Josef Berg. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Kremer auch beim Aufbau des Schulbetriebes in Pachten ein. Von 1964 bis 1981 war er zudem Mitglied des Stadtrates und vertrat von 1966 bis 1981 als Beigeordneter den Bürgermeister. 1976 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Dillingen ernannt. In der Städtepartnerschaft mit Creutzwald pflegte Kremer die grenzüberschreitende Freundschaft. 1970 trug er zur Gründung des Jugendferienwerkes beider Städte bei. Bürgermeister Berg bezeichnete Kremer als einen "gefragten Ratgeber" auch im kirchlichen und sozialen Bereich. Albert Kremer wurde 1968 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt, 1971 mit der goldenen Ehrenplakette Dillingens und 1976 mit dem Ehrenbürgerrecht. Er starb am 5. November 1988. "Mein Elternhaus ist direkt da unten", weist Wolfgang Kremer die Römerstraße entlang zur Einmündung in die Parkstraße. Albert Kremer war sein Vater und ein Mensch mit einer "ausgleichenden Art". Das heimatkundliche Interesse setzt sich bei Wolfgang Kremer fort, der in Gisingen lebt und beispielsweise das Gisinger Heimatbuch erstellt hat. Auf dem heutigen Albert-Kremer-Platz stand lange Zeit eine verfallende Werkhalle. Mitte 2009 ließ die Verwaltung daraus einen ansehnlichen Parkplatz mit Behindertenparkplätzen machen sowie mit Gehweg zu Ganztagsschule und Jugendtreff. Die Halle ist verschwunden, eine Mauer aus aufgeschüttetem rötlichen Schotter grenzt den übersichtlichen Platz ab. An ihr liegt eine Grünfläche, Bäume trennen die Stellbereiche voneinander. Etwa 120 000 Euro kostete diese Maßnahme.