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Neujahrskonzert des AKV Dillingen in der Stadthalle Dillingen

Neujahrskonzert : Dillingen singt und klingt sich ins neue Jahr

Weniger Mitgliedsvereine bedeuteten beim Neujahrskonzert des AKV Dillingen nicht weniger Qualität. Bloß weniger Zuhörer - die aber hörten Gutes.

Einen Querschnitt der musikalischen Vielfalt in Dillingen bot das Neujahrskonzert 2020 des AKV Dillingen am Sonntagabend in der Stadthalle. Drei Chöre und zwei Musikvereine präsentierten ein reichhaltiges Programm, das traditionelle Lieder umfasste, Orchesterversionen von Popmusik und weihnachtlich anmutende Gesänge. 20 Mitgliedsvereine hat aktuell der AKV, Arbeitsgemeinschaft der kulturellen Vereine, sagte in seiner Begrüßungsrede Florian Nilius, stellvertretende Vorsitzender. Dazu gehören beispielsweise auch Theater und Karnevalsvereine. Sie stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Ort, sagte Nilius.

Aber „viele haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen“. So löste sich der Madrigalchor Dillingen im Juli 2019 auf. Er war ein Gründungsmitglied des AKV. Diese Situation spiegelte auch die Besucherzahl. Etwa 250 waren zu dem rund zweieinhalb Stunden dauernden Konzert gekommen. Der Platz hätte für etliche mehr gereicht. Wer da war, erlebte das Zupforchester Pachten in Hochform. Die rund 20 Musikerinnen um Dirigentin Tati Schleich eröffneten den Abend mit dem munteren Ragtime „Possum an‘ Taters“. Was soviel bedeutet wie Beutelratte mit Süßkartoffeln. Bei „A Londonderry Air“, besser bekannt als „Danny Boy“, spielte Schleich die Solo-Klarinette, während Peter Becker das Orchester dirigierte.

Mit Operettenmelodien von Paul Lincke, wie dessen berühmter „Berliner Luft“, übergaben sie die musikalische Stafette an den Kirchenchor Cäcilia Diefflen. Den schwarz glänzenden Flügel in der Mitte standen die Sängerinnen links und die Sänger rechts. Von den Tasten aus leitete Florian Schwarz die vier Lieder. Darunter das besinnliche „Frieden sei dieser Welt beschieden“ von Gotthilf Fischer, ein munter dargebotenes „Rudolph, das kleine Rentier“ und „Jingle Bells“. Selbe Bühne, selber Flügel, nur standen diesmal die Sänger des Männerchores 1874 Diefflen im hellen Scheinwerferlicht. „Stimmt mit ein, wir grüßen euch, singt mit“, klang es kraftvoll ins Publikum. Unter der Leitung des dynamisch dirigierenden Timo Thiel verlieh der Chor jedem seiner fünf Lieder einen eigenen Charakter.

So bei dem begeisternden „Ein Freund, ein guter Freund“, dem nachdenklichen „Träume sind stärker“ und aufmunternd bei „Erhebet das Glas“. Mit rund 40 Musikerinnen und Musikern setzte der Musikverein Dillingen-Pachten das Programm nach der Pause fort. Eine mitreißende Eröffnung formte Dirigent Thomas Kopp bei „Fire and Ice“ mit dem konzentriert aufspielenden Blasorchester. Dem nachdenklichen „Leningrad“ des US-Liedermachers Billy Joel folgten pulsierende Hits der US-Rockband Bon Jovi. Im starken Kontrast dazu stand der Konzertmarsch „Abschied der Gladiatoren“ des deutschen Marschkönigs Herman Ludwig Blankenburg.

 Der Musikverein Dillingen-Pachten unter Thomas Kopp
Der Musikverein Dillingen-Pachten unter Thomas Kopp Foto: Johannes A. Bodwing

Für den letzten Akteur des Neujahrskonzertes wanderte der Flügel an den rechten Bühnenrand. Im Mittelpunkt stand nun „Der andere Chor“. Unter Dirigent und Pianist Thomas Bernardy ließen die 21 Sängerinnen und Sänger mit kunstvollen Arrangements noch einmal weihnachtliche Stimmung aufkommen. Zu den sieben Stücken gehörten traditionelle Lieder aus Schweden, Afrika und solche mit keltischem Charakter. Dazu kam das ausdrucksstarke „Adiemus“ von Karl Jenkins. )