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Polizeiboot
Ein neues Polizeiboot schippert auf der Saar

Die Beamten freuen sich über die WSP 4, das neue Boot der saarländischen Wasserschutzpolizei Dillingen (von links): Detlef Mertes, Thomas Eiden, Gerhard Bachmann, Michael Klein und Arno Schmidt.
Die Beamten freuen sich über die WSP 4, das neue Boot der saarländischen Wasserschutzpolizei Dillingen (von links): Detlef Mertes, Thomas Eiden, Gerhard Bachmann, Michael Klein und Arno Schmidt. FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Von Nicole Bastong

Gemütlich dümpelt die blau-weiße WSP 4 am Saarufer neben der Staustufe Rehlingen, sie wartet auf ihre offizielle Jungfernfahrt. „Jetzt ist es endlich wieder möglich, unsere Aufgaben so auszuüben wie nötig“, freut sich Gerhard Bachmann, stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei (WSP) Dillingen, über das neue Gefährt.


Eine echte Jungfer ist sie zwar nicht mehr, aber dafür ein „Glücksgriff“, erklärte Innenminister Klaus Bouillon, der zum Dienstantritt des neuen und einzigen Polizeibootes auf der Saar an die Liegestelle geladen hatte. Mit dem Kauf des ehemaligen Ausbildungsbootes der Polizei Hamburg könne trotz der schwierigen Haushaltslage die Ausstattung der Saar-Polizei verbessert werden. Landespolizeichef Norbert Rupp ergänzte: „Seit über zehn Jahren wissen wir, dass wir dringend ein neues Boot brauchen. Die Kollegen konnten so nicht mehr vernünftig ihren Dienst machen.“

Die beiden Polizeiseelsorger Rolf Dillschneider und Rudolf Renner segneten das Gefährt ein, das am 26. Februar nach rund 1000 Kilometern in Rehlingen eingetroffen war. Zwei Wochen lang hatten die Beamten der WSP Dillingen das Boot von Hamburg überführt: über Elbe, verschiedene Kanäle, Ruhr und Rhein bis an die Saar. Den neuen Namen, ganz nüchtern WSP 4, und einen neuen Anstrich erhielt es dann in seiner neuen Heimat.



Das 2004 in Sassnitz gebaute Hafenboot ist rund 15 Meter lang und 4,90 Meter breit. Es erreicht eine Geschwindigkeit von zwölf Knoten (circa 22 Stundenkilometer). Die WSP 4 ist mit Klimaanlage und Heizung ausgestattet, außerdem mit Magnet-/GPS-Kompass, Navigationssystem und Kreisel-Pilot. Das Boot verfügt über ein Ruderhaus mit Sitzbank, eine kleine Küche, WC, Store, Bunker- und Maschinenraum. Es kostete 250 000 Euro.

Die WSP nutzt das Boot in ihrem Zuständigkeitsbereich zwischen Rilchingen-Hanweiler und Saarhölzbach, auf rund 80 Kilometern Saar und rund zehn Kilometern Mosel mit den Ufern, Anlagen und Häfen. Überwiegend Kontrollen der Großschiffe und Sportboote, aber auch Einsätze bei Veranstaltungen auf dem Wasser, Einbrüche im Hafen oder Unfälle auf dem Leinpfad gehören zu ihren Aufgaben. Mit der neuen Ausstattung ist dies wieder rund um die Uhr und bei jedem Wetter möglich. Jeder der acht Beamten in Dillingen hat ein Polizeibootpatent, darf das Boot also steuern. Es ist an drei bis vier Tagen pro Woche im Einsatz.

In den Sommermonaten nutzt die WSP an der Mosel noch ein weiteres Boot, die WSP 3, das als kleines Sportkontrollboot jedoch nur bedingt einsetzbar ist und als Ergänzung dient. Das bisherige Dienstfahrzeug auf der Saar, die WSP 2, liegt nun nach 20 Jahren im Einsatz still, derzeit noch in Rehlingen. „Es ist zwar noch fahrbereit, aber es war nicht mehr tragbar, dort einen mehrstündigen Dienst zu verrichten“, erklärte Bachmann. Das Boot soll versteigert werden.