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Neue Chance für den Berufsstart

Erst einmal herausfinden, wofür sie geeignet sind, müssen viele Jugendliche beim Projekt „Startbahn 25“; darüber informierten sich gestern (von links) Astrid Klein-Nalbach vom Diakonischen Werk, Stefan Ziegler, KEB, Landrat Patrik Lauer und Margret Kuhn, Leiterin des Jobcenters Saarlouis, sowie (rechts) der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler. Foto: Johannes A. Bodwing
Erst einmal herausfinden, wofür sie geeignet sind, müssen viele Jugendliche beim Projekt „Startbahn 25“; darüber informierten sich gestern (von links) Astrid Klein-Nalbach vom Diakonischen Werk, Stefan Ziegler, KEB, Landrat Patrik Lauer und Margret Kuhn, Leiterin des Jobcenters Saarlouis, sowie (rechts) der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. Zwei Millionen Euro im Jahr sind eine Menge Geld. Dafür jedoch bekommen arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, neue Chancen. Das zugehörige Projekt heißt „Startbahn 25“ und wurde am Donnerstag offiziell eröffnet. Von SZ-MitarbeiterJohannes A. Bodwing

Eine fünfjährige Tochter habe sie und sei alleinerziehend. So schilderte eine junge Frau am Donnerstag ihre Situation gegenüber Landrat Patrik Lauer. Klare Vorstellungen hat sie und will medizinische Fachangestellte werden.

Damit dies auch bei schlechten Startbedingungen möglich wird, beschreiten der Landkreis Saarlouis und das Jobcenter mit dem Projekt "Startbahn 25" neue Wege. Mit im Boot sind dabei als Träger die Katholische Erwachsenenbildung Dillingen, KEB, und das Diakonische Werk.

Einzigartig im Saarland

Bereits 202 junge Leute seien in den ersten zwei Monaten betreut worden, stellte Stefan Ziegler dar, stellvertretender Geschäftsführer der KEB. Rund 16 davon brachte dies schon beruflich voran. "Startbahn 25" sei das einzige Projekt dieser Art im Saarland, sagte Lauer. Bundesweit gebe es wohl nur ein weiteres in Rheinland-Pfalz. Anfang des Jahres 2013 nahm das Saarlouiser Projekt Konturen an, sagte Margret Kuhn, Leiterin des Jobcenters. Im Juli 2013 erhielten KEB und Diakonisches Werk als Träger den Zuschlag.

Im September ging es auf 1300 Quadratmetern der ehemaligen Zigarettenfabrik Jyldis los. Dort ist sozusagen alles unter einem Dach. Jugendliche kommen gleich in weiterführende Gespräche, in Beratung und Eignungstests. Früher hingegen konnten dafür zwei bis drei Wochen vergehen. Danach folgen je nach Qualifikation Lernwerkstätten, wo beispielsweise schulische Kenntnisse verbessert werden. Oder Werkstätten für Holz, Metall, Hauswirtschaft, wo die berufliche Eignung festgestellt wird.

Neue Perspektiven

Fünf Tage in der Woche bietet "Startbahn 25" den Jugendlichen von 8 bis 16.15 Uhr neue Perspektiven. Dabei sorgen neun Mitarbeiter des Jobcenter-Teams U 25 sowie 25 Mitarbeiter der Träger für eine individuelle Betreuung. Sie kümmern sich auch um die Anwesenheit im Projekt, um Bewerbungen und Praktika.

Warum dieses Konzept nicht schon früher entstand, erläuterte Patrik Lauer der Saarbrücker Zeitung. Erst seit rund eineinhalb Jahren sei das Jobcenter in der Hand des Landkreises. Es waren neue Strukturen aufzubauen, dann das jetzige Projekt. Gefördert wird "Startbahn 25" mit zwei Millionen Euro. 55 Prozent davon trägt das Jobcenter, 45 Prozent der Europäische Sozialfonds.

Die erste Laufzeit geht bis zum 31. August 2014 und kann zwei Mal verlängert werden. Dann komme aber nicht das Ende, betonte Patrik Lauer. Es müsse bloß neu ausgeschrieben werden, auch die Förderung der EU laufe weiter.