Musik versüßt den Abschied

Das Kinderlied „Der Mond ist aufgegangen“ beherrschte das eher besinnliche Programm des Konzerts, mit dem sich Franz Neidhöfer und sein Kammerchor Dillingen nach 35 Jahren in den „Ruhestand“ verabschiedeten. An der Orgel spielte Lukas Schmidt.

In den Mittelpunkt des Konzerts hat Franz Neidhöfer, Gründer und künstlerischer Leiter des Kammerchors Dillingen , das Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" gestellt. Es gibt mehr als 70 Vertonungen des bekannten Gedichts von Matthias Claudius . Vier werden an diesem Abend vorgetragen. Zu Beginn des eher mäßig besuchten Konzerts stimmt Organist Lukas Schmidt meditativ mit einer "Mondpoesie" auf das Thema ein. Danach setzt der Kammerchor mit homogenem Wohlklang von der Empore aus mit der Version von Michael Schmoll ein. Der Satz findet viel Zuspruch bei Kammerchören und gefällt auch dem Publikum.

Begleitet werden die unterschiedlichen Vertonungen, darunter die von Michael Haydn und Max Reger , von Musikstücken wie dem "Schicksalslied" von Brahms (Text: Hölderlin) - kraftvoll vorgetragen von den 25 Choristen, die mit rhythmischen und dynamischen Parametern den Gegensatz zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen drastisch hörbar machen. Einen Beweis seiner Fingerfertigkeit gibt Lukas Schmidt mit dem Präludium in f-Moll, WVZ 434, von Bach. Danach stellt sich der Chor im Altarraum auf und singt nun vorwiegend a-cappella.

Da Chor und Dirigent seit 35 Jahren aufeinander eingeschworen sind, ist intensiver Blickkontakt selbstverständlich, sodass Neidhöfers Vorgaben präzise umgesetzt werden. Besonders eindrucksvoll gelingen Biebls "Ave Maria" und das "Cantique de Racine" von Fauré, das sich durch leise Töne und eine eigenwillige Tonsprache auszeichnet, lebhaft am Klavier begleitet von Christoph Masset. Auch Rheinbergers Motette "Herr bleib' bei uns" und Boëllmanns "Prière à Notre Dame" bereichern das Programm. Das Konzert endet wehmütig mit der Originalfassung "Der Mond ist aufgegangen" von Johann Abraham Peter Schulz, der dem Abendlied, das eigentlich ein Gebet ist, einen festen Platz im deutschen Liedrepertoire ermöglicht hat. Nach anhaltendem Applaus setzen Franz Neidhöfer und sein Chor mit Nysteds 117. Psalm aus dem "Laudate Dominum" den Schlusspunkt.