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Mit Bahn statt Käfer zur Arbeit

Mit Bahn statt Käfer zur Arbeit

Dillingen. Diese Umstellung wird den Schlüters aus Dillingen schwer fallen. Sie haben sich vorgenommen, im September auf ein Auto, den VW Käfer von Eva Schlüter, zu verzichten. Stattdessen geht's mit Bus und Bahn zur Arbeit. Verkehrsplaner Arno Bach hat ihnen ausgerechnet, dass sie durch den geringeren CO2-Ausstoß nicht nur das Klima schonen, sondern auch Geld sparen

Dillingen. Diese Umstellung wird den Schlüters aus Dillingen schwer fallen. Sie haben sich vorgenommen, im September auf ein Auto, den VW Käfer von Eva Schlüter, zu verzichten. Stattdessen geht's mit Bus und Bahn zur Arbeit. Verkehrsplaner Arno Bach hat ihnen ausgerechnet, dass sie durch den geringeren CO2-Ausstoß nicht nur das Klima schonen, sondern auch Geld sparen. Bach: "Die Kosten des Autos werden oft unterschätzt." Die jährlichen Kosten für den VW Käfer schätzt Bach auf rund 4000 Euro. Die Familie würde dagegen rund 2300 Euro im Jahr sparen, wenn sie mit dem Job-Ticket des Saarländischen Verkehrsverbunds, einer ermäßigten Jahreskarte für Werktätige, den täglichen Weg zur Arbeit bestreitet. Denn das Job-Ticket für die Familie kostet 648 Euro. Da Eva Schlüter das Auto dennoch für einige Fahrten brauchen wird, hat der Verkehrsplaner nochmals 1000 Euro PKW-Kosten veranschlagt. Außerdem schlägt Bach vor, sich statt des Käfers lieber einen Smart fortwo oder Seat Ibiza anzuschaffen, da diese weniger Sprit verbrauchen würden. Doch da schnellt der Puls von Käfer-Fan Eva Schlüter gleich in die Höhe. Auf ihren geliebten roten VW will sie nicht gänzlich verzichten. Die Dillingerin: "Außerdem ist der Kofferraum des Smarts viel zu klein." Familienvater Christian Schlüter lässt diesen Teil der Klimaschonung ganz aus. "Ich benutze mein Auto bei der Arbeit", begründet er. Er schafft bei der Schreinerei Werner Schumacher in Orscholz. Da müsse er auch schon mal mit seinem Wagen, einem Skoda Octavia, samt Material und Werkzeug zum Kunden raus. Doch Arne Bach kann ihn beruhigen: Sein Auto schneidet im Verbrauch sehr gut ab.Eva Schlüter wird für ihren Weg zur Arbeit nach Mettlach im September die Bahn benutzen. Vorher bringt sie Sohn Moritz zum Kindergarten nach Beckingen, auch mit Bus und Bahn. Zahlen muss sie erst einmal nichts. Die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis haben der Familie für diesen Monat zwei Tickets gestellt. Sie ist dennoch skeptisch, ob ihr die Fahrt mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gefallen wird. Schlüter: "Dass es günstiger ist, glaube ich. Aber ich habe Angst, dass es auf Kosten unserer Mobilität geht." Einen Monat will sie durchhalten. Vielleicht ist der ÖPNV ja doch eine Alternative für die Dillingerin.

Auf einen BlickDie Verbraucherzentralen befassen sich zur Zeit bundesweit mit Projekten zur CO2-Einsparung. Ein Thema ist die Mobilität, weitere sind Ernährung und Energie. Das Faltblatt "Warum bekommen Fußgänger und Fahrradfahrer mehr Sonntagsbrötchen" und die Broschüre "Mobil bleiben-Klima schonen" informieren über die Möglichkeiten, sich ohne Auto fortzubewegen. Da 25 Prozent der Treibhausgase durch den privaten Konsum entstehen, gibt es viele Möglichkeiten für die Verbraucher, sie zu reduzieren. Maßnahmen zum Klimaschutz im Alltag könnten außerdem auch Spaß machen, Geld sparen und die Lebensqualität verbessern. Das Klimateam der Verbraucherzentrale gibt dazu entsprechende Tipps. Es gilt insgesamt, seine persönliche CO2-Bilanz zu verbessern, und das kann bei jedem unterschiedlich aussehen: Dem einen fällt es leicht, mehr Gemüse als Fleisch zu essen, dafür fährt er mehr Auto - der andere fährt kaum Auto, will aber seine Ernährung nicht umstellen. Seine persönliche CO2-Bilanz kann man sich unter www.uba.klima-aktiv.de ausrechnen. Kontakt: Verbraucherzentrale des Saarlandes, Haus der Beratung, Trierer Straße 22, 66111 Saarbrücken, Tel. (0681) 500 890, vz-saar@vz-saar.de. red