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Krankenhaus-Schließung
Aus für Marienhaus-Klinik besiegelt

Einbahnstraße: Für das Marienhaus-Krankenhaus in Dillingen gibt es nur noch eine Richtung, die ins Aus.
Einbahnstraße: Für das Marienhaus-Krankenhaus in Dillingen gibt es nur noch eine Richtung, die ins Aus. FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Es stand schon lange zu befürchten, gestern vermeldete es der Träger: Das Dillinger Krankenhaus wird geschlossen. Von Mathias Winters

Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg fasst es zusammen: „Die angekündigte Schließung der noch verbliebenen zwei Fachabteilungen in Dillingen des Verbundkrankenhauses Saarlouis-Dillingen durch den Träger Marienhausgesellschaft wird ein großer Verlust für die Stadt sein.“ Er erinnert daran, dass es Diskussionen um die Zukunft des Krankenhauses schon seit Jahren gibt.



2014, blickt Berg zurück, kam es zu einer Diskussion über die beabsichtigte Schließung der Fachabteilungen. Berg: „Daraufhin wurde  vom Träger eine Arbeitsgruppe auf den Weg gebracht, die die Fortentwicklung besprechen sollte.“ Hier arbeiten Vertreter der Stadtratsfraktionen, des Fördervereins und der Bürgermeister mit. Die Dillinger wollten alles daran setzen, die beiden Abteilungen zu erhalten. Außerdem sollten neue, zusätzliche Nutzungen am Standort Dillingen möglich werden.

Berg sieht positive Aspekte: Etwa die Neuansiedlung eines Medizinischen Gesundheitszentrums (MVZ) mit Fachärzten der Inneren Medizin zu Beginn 2018. Auch würden infolge des Gutachtens derzeit intensive Gespräche mit Dillinger Großunternehmen geführt, um am Standort ein Zentrum für betriebliches Gesundheitsmanagement aufzubauen. Eine radiologische Großpraxis, eine orthopädische Ärztepraxis und eine Zahnarztpraxis arbeiten am Standort. Berg tritt Schwarzmalerei entgegen: „Dillingen wird also weiterhin eine besondere Gesundheits- und Fachärztestadt mit breit aufgestelltem Angebot im medizinischen Bereich bleiben.“

Nicht überrascht zeigt sich der Vorsitzende des Fördervereins des Dillinger Krankenhauses, Norbert Bannenberg. „Das ist ja nichts wirklich Neues. Es war schon länger ein offenes Geheimnis, dass die Schließung eine Frage der Zeit sein würde.“ Bannenberg ist jedoch überzeugt, dass sich die Krankenhaus-Versorgung in der Region nicht verschlechtern werde, wenn die Marienhaus-Klinik in Saarlouis ausgebaut wird.

Der Förderverein selbst, zurzeit noch mit rund 300 Mitgliedern, habe nach der Schließung seine Existenzberechtigung verloren. Er werde wohl aufgelöst – Thema bei der nächsten Jahresversammlung im Oktober. Eine Fusion mit dem Förderverein für die Saarlouiser Klinik sei laut Satzung ausgeschlossen. „Es bleibt dann jedem einzelnen Mitglied überlassen, sich für den Beitritt zu einem anderen Förderverein zu entscheiden.“ Weil der Förderverein mittelfristig mit einer Schließung gerechnet habe, sei die Satzung geändert worden. Jetzt werden nach Auflösung des Vereins die Gegenstände, die der Förderverein angeschafft hat, in den Besitz der Stadt Dillingen übergehen. Und, sagt Bannenberg, man habe nur noch gekauft, was auch in anderen Einrichtungen wie Altenheimen verwendet werden könne. Dazu zählten spezielle Nachttische oder elektrisch verstellbare Betten.