Manche Plätze sind tabu

Tholey. Die Windkraft stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Tholeyer Rates. Im Auftrag der Gemeinde hat die Firma Argus Concept eine Studie zur Windenergienutzung in der Gemeinde gemacht, die Grundlage für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes sein wird. Achim Später von Argus Concept stellte das Gutachten vor

Tholey. Die Windkraft stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Tholeyer Rates. Im Auftrag der Gemeinde hat die Firma Argus Concept eine Studie zur Windenergienutzung in der Gemeinde gemacht, die Grundlage für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes sein wird. Achim Später von Argus Concept stellte das Gutachten vor. Bei einer Mindestdistanz von 800 Metern zu Siedlungen könnten in der Gemeinde Tholey sieben Konzentrationsflächen für Windräder auf insgesamt 290 Hektar entstehen. Bei einer 1000-Meter-Distanz bleiben noch sechs Areale übrig. Die Gesamtfläche verringert sich deutlich.

Achim Später erläuterte zunächst ausführlich das Planverfahren. Durch die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Flächen für Windräder könne die Gemeinde mitentscheiden, wo diese Anlagen gebaut werden. Ohne Änderung dieses Planes können Windräder überall gebaut werden, es sei denn, es gibt wichtige Ablehnungsgründe.

Ausgangspunkt des Gutachtens ist die Windpotenzialstudie des Landes, die grundsätzlich mögliche Flächen ausweist. Argus Concept hat dann mit so genannten harten und weichen Kriterien diese Flächen überprüft. Harte Ausschlusskriterien sind zum Beispiel der Mindestabstand zu Siedlungen, zu Straßen oder Naturschutzgebiete. Zu weichen Verhinderungskriterien gehört das Vorkommen geschützter Vogelarten.

Öffentliche Bedeutung

Darüber hinaus haben die Gutachter Flächen herausgenommen, deren Schutz von großer öffentlicher Bedeutung ist. So wird der Schaumberg wegen seiner touristischen und historischen Bedeutung frei von Windrädern bleiben, ebenso der Bereich um den Wareswald, um das Hofgut Imsbach und die Johann-Adams-Mühle.

Dann haben die Experten bei den verbleibenden Gebieten nachgeschaut, ob dort der Wind so stark weht, dass sich Anlagen auch wirtschaftlich lohnen. Zudem müssen die Konzentrationszonen eine Mindestgröße von sieben Hektar haben.

Herausgekommen sind bei einer 800-Meter-Distanz in der Gemeinde Tholey sieben mögliche Konzentrationsflächen mit einer Gesamtgröße von 290 Hektar.

Einstimmig hat sich der Gemeinderat aber dafür ausgesprochen, die Distanz zu Siedlungen auf 1000 Meter zu erhöhen. Dafür haben sich auch die Räte der Nachbargemeinden Nonnweiler und Nohfelden entschieden. Das bedeutet in der Konsequenz, es bleiben noch sechs mögliche Flächen übrig. Das Areal Stangenwald nordwestlich von Überroth fällt weg. Mögliche Konzentrationszonen wird es dann noch im Katharinenwald geben (nördlich des Landschaftsparkes Imsbach), bei Fritschenheck (südwestlich von Scheuern), Beilstein (nördlich Hasborn an der A1), Engscheider Wald, Hellenbüchel (nordöstlich von Tholey), Wachsgut, Triangel (im Süden des Wareswaldes).

Ausgleichsmaßnahmen

Für die SPD-Fraktion forderte Andreas Türk, dass die Konzentrationsflächen für jeweils mindestens drei Windräder ausreichend sein müssten. Großflächige Abholzung von Waldflächen müsste ausgeschlossen werden. Für die CDU unterstrich Ludwin Scherer, dass Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur, zum Beispiel durch Aufforstung, in den betroffenen Ortsteilen erfolgen müssten.

Die nächsten Verfahrensschritte: Nach dem Votum für die 1000-Meter-Distanz wird Argus Conecpt den Planentwurf anpassen. Dann wird er öffentlich ausgelegt. Bürger und Behörden können dazu Stellung nehmen.

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