Männerchor sucht noch Verstärkung

Männerchor sucht noch Verstärkung

Dillingen. 150 Jahre Männerchor 1860 Dillingen - dazu gab es am Sonntag einen Kommers im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Dillingen. Er war der festliche Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Chores. Gisbert Bassler, der Vorsitzende des Chors, macht sich Sorgen um den Nachwuchs, denn das durchschnittliche Alter der 28 Sänger liegt zwischen 60 und 70 Jahren

Dillingen. 150 Jahre Männerchor 1860 Dillingen - dazu gab es am Sonntag einen Kommers im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Dillingen. Er war der festliche Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Chores. Gisbert Bassler, der Vorsitzende des Chors, macht sich Sorgen um den Nachwuchs, denn das durchschnittliche Alter der 28 Sänger liegt zwischen 60 und 70 Jahren. In seiner Begrüßungsansprache ging er auf traditionelle Werte ein: "Die 150 Jahre alte Tradition unseres Männerchores hat immer noch Bestand, obwohl die Entwicklung der letzten 150 Jahre in allen Bereichen so rasant verlaufen ist, dass einem schwindlig werden kann." Norbert Bannenberg, Mitglied des Vorstandes der Dillinger Hütte und Schirmherr der Veranstaltung, verwies auf viele Parallelen zwischen der Hütte und dem Männerchor. "Die Dillinger Hütte hat seit jeher das Vereinswesen gefördert", betonte er, "denn Gruppengeist und Geselligkeit spielten schon immer eine große Rolle im Umgang der Menschen miteinander". Wie wertvoll Musik für die Menschen sei, machte er an einem Zitat von E.T.A. Hoffmann deutlich: "Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an." Bürgermeister Franz-Josef Berg stellte fest, dass der knapp 100 Jahre alte Sitzungssaal mit seinen hohen Fenstern dem Anlass gerecht werde. Er hob hervor: "Kultur ist notwendig, um sich den Sinn für das Gute zu bewahren. Hier gibt es keine gesellschaftlichen Schranken, keine Hierarchie, denn Musik verbindet und trägt auf ihre Weise zur Integration bei." Die Präsidentin des Saarländischen Chorverbandes, Marianne Hurth, sagte: "Singen stärkt das Immunsystem, trainiert den Geist und bewirkt die Ausschüttung von Glückshormonen." Sie bezeichnete die Musik als Sprache des Gefühls und der Seele und wünschte dem Chor, dass sich neue verantwortungsbewusste Menschen für ihn finden werden. Auch Helmut Keller, Ehrenvorsitzender des Männerchors, hofft auf neue Sänger: "Sie müssen nicht unbedingt jung sein", erklärte er: "Ich bin 1968 als jüngster Sänger eingetreten und bin heute immer noch bei den Jüngeren". Er sagte: "Der Zusammenhalt im Chor ist groß und auch, wenn wir sie nicht im Namen tragen, werden Concordia, Eintracht und Harmonie bei uns praktiziert."Martin Ufer, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, ging auf die Tugenden ein: "Vielleicht liegt es an der mangelnden Beharrlichkeit der jüngeren Leute von heute und dem fehlenden Durchhaltevermögen, weshalb der Nachwuchs ausbleibt", vermutete er. Zum Schluss richtete Jürgen Schreier als Direktor der Saarland Sporttoto GmbH das Wort an die Gäste und zitierte den Satz von Freiherr vom Stein, der im Sitzungssaal an der Wand steht: "Durch tätige Mitverantwortung aller soll das Ganze bestehen." Er machte dem Männerchor Mut durchzuhalten und wünschte weiterhin gutes Gelingen. Die musikalischen Einlagen zwischen den Grußworten boten Thomas Bernardy am E-Piano und Thomas Kopp an der Klarinette.