Lange Planung für kurze Wege

Der Neubau für Arge und Jobcenter in Sulzbach geht in die nächste Runde. Die Verantwortlichen luden gestern zur Pressekonferenz. Neu ist, dass auch das Jugendamt nun in dem Gebäude unterkommen soll.

Vor knapp einem Jahr sollten die Erdarbeiten zum Neubau des Jobcenters gegenüber der Musikschule in Sulzbach beginnen, gestern stellten die beteiligten Akteure ihre Pläne vor. "Die Verträge sind bereit, unterschrieben zu werden", sagte Thomas Gramm, Geschäftsführer des Jobcenters im Regionalverband. Im Frühjahr 2014 sollen nun die Arbeiten beginnen.

Als Beteiligte saßen neben Gramm Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam, Gundula Sutter, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Saarland, Rita Gindorf-Wagner, Geschäftsführerin der Strukturholding Saar, und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo am Tisch. Gillo sogar in doppelter Funktion, denn er ist neben den Jobcentern auch für die Jugendämter im Regionalverband verantwortlich. Und ein solches soll nach den neuen Plänen auch in den Neubau für Jobcenter und Arge einziehen. So erklärte auch Gillo vorsichtig, warum der Neubau so lange auf sich warten ließ: "Geplant war der Umzug der Außenstelle Sulzbach schon längere Zeit. Allerdings war das Abstimmungsverfahren aufgrund der Vielzahl der beteiligten Akteure dann doch etwas aufwändiger." Mit dem Einzug des Jugendamtes wurden auch ein paar Veränderungen am geplanten Gebäude notwendig. Der Bauabschnitt zur Sulzbachtalstraße wird um eine Etage auf vier aufgestockt, wie der Planer Andreas Timm, Flächen und Projektmanagement LEG Saar, erklärt: "30 Prozent mehr Volumen wurde für die weiteren Nutzer nötig." Läuft alles nach Plan, sollen die Räumlichkeiten zum 1. Juli 2015 bezogen werden.

Einig waren sich die Akteure auch über die Vorteile, die durch die gemeinsame Nutzung von Jugendamt, Jobcenter und Arge entstehen. So würden die Arbeitswege verkürzt, und die Kunden könnten vom gesamten Dienstleistungsangebot der drei Einrichtungen vor Ort profitieren.

Adam sprach von einer Leitinvestition, die eine städtebauliche Aufwertung des Stadteingangs Ost darstelle. Investitionen der Stadt in weitere Parkplätze sollen das Umfeld weiter aufwerten. Allerdings bleibt fraglich, was mit dem alten Gebäude des Jobcenters passiert. Im Juni 2012 sagte noch Heribert Wies, ehemaliger Leiter des Bereichs Infrastruktur bei der Arge Saarbrücken: "Ziel war es, beide Einrichtungen, Arbeitsagentur und Jobcenter, unter einem Dach zu vereinen. Hierzu müssen die alten Räume jedoch wirtschaftlich vermarktet werden. Wir können es dem Beitragszahler nicht zumuten, einen Leerstand zu finanzieren." Gestern erklärte jedoch Sutter: "Wir können das Gebäude nicht verkaufen, ohne zu wissen, wann es zum Einzug kommt. Schließlich könnte sich der Bau verzögern." Allerdings räumte sie auch ein, dass das Haus, auch aufgrund der alten Bausubstanz, schwer zu veräußern sei.