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Kreisverkehrsbetriebe werden 100

Kreisverkehrsbetriebe werden 100

Saarlouis. Anfangs rollten Straßenbahnen durch die Orte, heute sind es Hightech-Busse. Dazwischen liegen 100 Jahre öffentliche Personenbeförderung im Kreis Saarlouis, zeitweise auch mit dampfender Kleinbahn und doppelstöckigen Bussen. Was inzwischen als Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis, KVS, bekannt ist, startete am 20. Mai 1913. Damals fuhr um 10

Saarlouis. Anfangs rollten Straßenbahnen durch die Orte, heute sind es Hightech-Busse. Dazwischen liegen 100 Jahre öffentliche Personenbeförderung im Kreis Saarlouis, zeitweise auch mit dampfender Kleinbahn und doppelstöckigen Bussen. Was inzwischen als Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis, KVS, bekannt ist, startete am 20. Mai 1913. Damals fuhr um 10.27 Uhr die erste Straßenbahn vom Kleinen Markt in Saarlouis zum Bahnhof in Roden.

Damit realisierte der Kreistag 1913 eine Initiative des Landrates Freiherr Schütz von Leerodt. Der wollte eine Verkehrspolitik in Händen des Landkreises, die der Bevölkerung diene. Die umfassende KVS-Geschichte hat der Historiker Volker Felten in einem Buch zusammengetragen. Dieses wird am 19. April vorgestellt.

Die demografische Entwicklung werde "eine große und wichtige Herausforderung." Darauf verwies bei einer Pressekonferenz der KVS am Donnerstag Patrik Lauer, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender. "Wir müssen versuchen, die Dinge für die Kunden noch einfacher machen", führte er weiter aus. Außerhalb der Hauptstrecken sei über eine "passgenaue Anbindung" nachzudenken. Denn für Regionen, wie beispielsweise auf dem Saargau, brauche es "Lösungen, wie wir die Mobilität der Älteren sicherstellen können". Für denkbar hält Lauer Fahrdienste wie in Ensdorf. Vielleicht auch mit Personal auf 400-Euro-Basis oder Ehrenamtlern aus der Dorfgemeinschaft. Dies wäre keine Konkurrenz für die regulären Fahrer, sagt Lauer, sondern es könnte Fahrten ermöglichen, die sonst nicht stattfinden würden.

"Wir müssen weg vom reinen Busunternehmen, hin zum Mobilitätsanbieter", fasste KVS-Geschäftsführer Andreas Michel zusammen. Letztlich könne dies zu einer Kombination von Bussen, Car-Sharing und E-Mobilen führen. Eingebunden in eine Art Flatrate-System mit individuell erstellten Beförderungsleistungen.

Auf 100 Jahre öffentlichen Personennahverkehr blicken zurück (von links) Historiker Volker Felten, Landrat Patrik Lauer und KVS-Geschäftsführer Andreas Michel. Foto: Johannes A. Bodwing.

Ihr 100-jähriges Jubiläum feiert die KVS am 19. April mit einem Festakt im Dillinger Lokschuppen.