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Trainerwechsel
Kiefer wird nun doch Coach in Dillingen

Dillingen. Daniel Kiefer heißt der neue Trainer von Fußball-Saarlandligist VfB Dillingen. Der 23-Jährige tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Oliver Dillinger an, war ursprünglich aber selbst zurückgetreten. Von Philipp Semmler

Dicke Überraschung beim VfB Dillingen kurz vor Weihnachten: Der Fußball-Saarlandligist hat am Donnerstagabend seinen neuen Cheftrainer vorgestellt – und der heißt Daniel Kiefer. Der 23-Jährige übernimmt das Team ab sofort als Nachfolger des Anfang Dezember zurückgetretenen Oliver Dillinger. Als Co-Trainer stehen Kiefer die beiden VfB-Urgesteine Francesco Schifino (zuletzt FV Püttlingen) und Stefan Gossrau (bisher Torwart-Trainer) zur Seite.



Kiefers Verpflichtung bei den Hüttenstädtern kommt deshalb überraschend, weil ursprünglich geplant war, dass Kiefer ab der Saison 2018/19 gemeinsam mit Benjamin Heinrichs das Traineramt übernehmen sollte. Dies hatte der Verein auch schon öffentlich bekannt gegeben – nur wenige Tage später war diese Lösung aber schon wieder vom Tisch.

Der Grund: Nachdem der Verein eine Weiterverpflichtung des Sportlichen Leiters Ignacio Coniglio über das Saisonende hinaus ablehnte, teilten Kiefer und Heinrichs mit, dass sie nicht mehr als Trainer für die kommende Runde zur Verfügung stehen. Als Grund nannten sie die Art und Weise, wie diese Entscheidung zustande kam.

Kurz danach traten sowohl Coniglio als auch das komplette Trainer-Team des VfB, bestehend aus Chef-Coach Oliver Dillinger sowie seinen Assistenten Kiefer und Heinrichs, mit sofortiger Wirkung zurück (wir berichteten).

Jetzt folgte – zumindest im Falle von Kiefer – eine Kehrtwende. „Wir haben nach seinem Rücktritt noch einmal mit Daniel gesprochen – und wir konnten ihn umstimmen. Er hat seinen damaligen Entschluss noch einmal überdacht“, erklärt der VfB-Vorsitzende Josef Schya.



„Es war unser Wunsch, Daniel als Trainer zu holen. Er ist für sein Alter schon sehr gut ausgebildet und kennt den Verein aus dem Effeff“, so Schya weiter. Kiefer ist aktuell Inhaber der DFB-Elite-Lizenz (frühere B-Trainer-Lizenz). Im Sommer will er zudem noch am Trainer-A-Lizenz-Lehrgang teilnehmen. Bevor Kiefer als Assistenztrainer unter Dillinger arbeitete, war er auch schon Sportlicher bei der JFG Saarlouis/Dillingen. Diese Stelle hat der Sportökonomie-Student auch aktuell noch inne.

„Ich habe nach unserer Trennung Anfang Dezember mit dem Verein vereinbart, dass beide Seiten sich Gedanken über die Situation machen sollen und wir uns dann wieder zusammensetzen. Diese Gespräche sind absolut positiv gelaufen. Deshalb habe ich mich jetzt entschieden, dass Traineramt zu übernehmen“, sagt Kiefer.

Der 23-Jährige weiter: „Oliver Dillinger hat mit seinem Trainer-Team beim VfB in den letzten Jahren große Fußstapfen hinterlassen. Es wird nicht einfach, in diese zu treten, aber ich freue mich riesig auf die Aufgabe. Dass ich trotz meines jungen Alters schon als Trainer in der Saarlandliga arbeiten darf, ist ein Riesen-Vertrauensbeweis seitens des Vereins.“

Dass auch junge Trainer in dieser Liga schon Erfolg haben können, das beweist aktuell die SpVgg Quierschied. Die steht mit dem 25-jährigen Pascal Bauer als Übungsleiter auf Rang zwei der Tabelle.

Den VfB Dillingen werden in der Winterpause übrigens drei Spieler verlassen. Robin Theobald und Florian Irsch wechseln beide zum Ligakonkurrenten FV Schwalbach (wir berichteten). Der erst im Sommer vom FC Brotdorf gekommene Achmed Ayoub hat sich Bezirksligist SF Bietzen-Harlingen angeschlossen.

Zugänge plant der VfB im Winter keine, weil der Kader in den vergangenen Monaten zu groß geworden war.