Kicken für mehr Toleranz

Neun Fußball-Team traten gestern beim Kick der Kulturen im Dillinger Weißkreuz-Stadion gegeneinander an. Das Turnier, das Toleranz fördern und Fremdenhass entgegenwirken soll, fand zum zweiten Mal statt.

Alexander und Giuseppe, beide 16 Jahre, fieberten gestern Nachmittag beim Endspiel im Kick der Kulturen mit. Bei einem Stand von 1:0 war noch alles offen für die InJu (Integrative Jugend) 13, die gegen die Chicitas Bonitas hinten lag. Doch an den Namen der Mannschaften wird deutlich, hier kämpften keine renommierten Fußballvereine im Dillinger Weißkreuz-Stadion, sondern Fußballteams, die etwas anderes verbindet.

Neun Teams, fast 80 Spieler, nahmen in zwei Altersgruppen an einem ganz besonderen Fußballfest, dem "Kick der Kulturen", teil. Viele Spieler mit Migrationshintergrund, die sich in den Dillinger Vereinen engagieren, kickten gemeinsam für mehr Toleranz.

Angefeuert wurden sie dabei von Familie und Vereinskameraden. "Mit dieser Veranstaltung, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattfand, wollen wir Toleranz fördern und Fremdenhass entgegenwirken", erklärte Melanie Meiser, Integrationsbeauftragte der Stadt Dillingen. Allein kann sie diese Veranstaltung nicht organisieren. Ein Ideengeber ist Yasin Zeren, Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins in Dillingen. Bei ihm liefen gestern die Ergebnisse zusammen. "Wir haben Fußball ausgewählt, weil es ein Mannschaftssport ist, man muss zusammenhalten, um gut zu sein", sagte er.

Noch mehr Spieler mit Migrationshintergrund als bei der Premiere haben gestern gekickt, Jungs zwischen zehn und 18 Jahren aus vielen Ländern. Zum ersten Mal dabei war Toni, zehn Jahre, der mit dem elfjährigen Yigitcan für Pachten spielte. "Die anderen waren alle älter. Da hatten wir keine Chance. Aber wir kommen nächstes Jahr wieder", erklärte Yigitcan. Sieger waren am Ende alle Mannschaften, T-Shirts, Pokale und Medaillen waren die Anerkennung.