1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Dillingen

Kapelle erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Kapelle erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Die Laurentiuskapelle in Hülzweiler ist eines der ältesten christlichen Glaubenszeugnisse im Saarland. Nach ihrer Renovierung will die Pfarrei sie jetzt wieder zu neuem Leben erwecken.

Die Laurentiuskapelle in Hülzweiler ist eines der ältesten Bauwerke der Gemeinde Schwalbach. Sie ist frisch renoviert und bekommt jetzt ihr eigenes Fest. Einmal im Jahr will die Pfarrei Sankt Laurentius in Hülzweiler der altehrwürdigen Kapelle in der Kapellenstraße eine Feier widmen und so das Bauwerk aus dem elften Jahrhundert wieder in den Blickpunkt rücken.

"Lange bevor es Hülzweiler gab, gab es diese Kapelle schon", sagt Pastor Hans-Georg Müller von der Pfarrei Heilig Kreuz Schwalbach. Das Grundstück war einst eine keltische Gebetsstätte; die Christen haben später die Kapelle darauf gebaut, als Hommage, da keltische Sagen von einem Wasserheiligtum und Wunderheilung an eben diesem Ort erzählten.

Das erste Laurentiusfest hat die Pfarrei Anfang Juni bereits gefeiert. Rund 300 Menschen waren gekommen, um ihre Kapelle, eine der ältesten Gebetsstätten im Saarland, zu feiern und viele, um die restaurierte Kirche in ihrem neuen Glanz zu bewundern. Die musikalische Andacht haben der Verein der Musikfreunde und der Männerchor Hülzweiler mitgestaltet. "Die Leute in der Nachbarschaft zeigen sich sehr engagiert", sagt Müller, "sie helfen mit, stellen für die Feste ihre Einfahrten zur Verfügung."

Im Frühjahr 2012 hatten die Renovierungsarbeiten begonnen, im September wurde deren Abschluss gefeiert. Rund 50 000 Euro hat die Restaurierung gekostet. Den Großteil hat die Kirchengemeinde bezahlt, ein Teil der Gelder stammt außerdem vom Bistum Trier, von der Ortsgemeinde und aus Spenden. Auch die RAG hat einen Teil finanziert, denn einige der Schäden an der Kapelle waren Bergbauschäden. "Alles, was man mit bloßen Augen sehen kann, ist neu gemacht worden", sagt Müller.

Erneuert wurde die Fassung des Altars, die Figuren wurden neu gefasst, der Sandstein gereinigt. Auch der Vorplatz ist neu angelegt worden. Ein neues Tor vor der Kapelle soll vor Vandalismus schützen, hat aber auch einen netten optischen Effekt, findet Pastor Müller. "Die Kapelle hat jetzt Schlosscharakter", sagt er. Der Ortsrat hat eine kleine Infotafel spendiert, die vor dem Grundstück steht.

"Diese Kapelle soll ein Ort sein, an den Menschen kommen, die zur Ruhe kommen wollen, denn jeder von uns hat sein Kreuz zu tragen", sagt Müller. Die Wand hinter der Kapelle wurde so gestaltet, dass die Menschen der Gemeinde auch buchstäblich ihre Kreuze dort ablegen können.

"Wir wollen die Kapelle aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken", sagt Müller. Alle zwei Monate soll es künftig einen Gottesdienst geben. Drei hat es seit der Renovierung schon gegeben. "Es sind Gottesdienste in meditativer Form, mit vielen Kerzen und Musik, aber auch mit stillen Passagen, damit die Leute zur Ruhe kommen können", erklärt Gemeindeassistentin Barbara Heid. Auch die folgenden Gottesdienste sollen auf diese Weise gestaltet werden, jeweils mittwochs, um 17.30 Uhr, für 30 Minuten.