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24-Stunden-Übung: Junge Leute machen sich fit für den Ernstfall

24-Stunden-Übung : Junge Leute machen sich fit für den Ernstfall

Mitglieder der Jugendfeuerwehr und vom Jugend-Rot-Kreuz kamen am Samstag zu einer 24-Stunden-Übung in Diefflen zusammen.

Der Verletzte hockte etwa drei Meter tief in einem Gully. Seine Bergung war am Samstagnachmittag ein Teil einer 24 Stunden dauernden Übung von Jugendfeuerwehr und Jugend-Rot-Kreuz Diefflen. 17 Nachwuchshelfer von sechs bis 16 nahmen daran teil. Elf von der Feuerwehr und sechs vom Roten Kreuz. Von 15 bis 20 Uhr kamen weitere zehn von der Jugendfeuerwehr des Löschbezirkes Dillingen Innenstadt hinzu.

„Wir haben eine Funkzentrale aufgebaut, in der jeweils drei Jugendliche die Meldungen entgegen nehmen“, sagte Susanne Scholl im Feuerwehrgerätehaus. Sie selbst betreut seit 2013 die Jugend. „Ich bin in der Jugendfeuerwehr groß geworden. 2005 bin ich dort eingetreten, da war ich zehn.“

Während auf verletzt geschminkte Statisten putzmunter durch Gänge der Dieffler Feuerwache gingen, saßen in der Funkzentrale Lara, Neo und Michelle vor den Funkgeräten und dem Telefon.

„Seit neun Uhr hatten wir zwei Einsätze“, sagte Lara. Einer war ein Fehlalarm. Je ein Dreierteam leiste abwechselnd Dienst in der Zentrale, erklärte Neo. „Ich bin jetzt aber nicht so aufgeregt“, versicherte er. „Ruft eine Person an“, fuhr Neo fort, „fragen wir nach dem Namen, was passiert ist, wo und wie viele Verletzte es gibt.“ Dann drücke einer den Alarmknopf, merkte Michelle an.

Der nächste Notruf kam nur einige Zeit später. 17 junge Leute rannten zu den Autos, dann ging es mit Löschfahrzeug, Mannschaftswagen, Rettungswagen und Einsatzfahrzeug durchs Dieffler Zentrum, die Düppenweilerstraße hoch Richtung Siedlung. Die letzten paar Straßen mit Sirenengeheul bis in die Schloßbergstraße. Dort war ein Arbeiter in den Gully gestürzt.

Lara vom Jugend-Rot-Kreuz wurde professionell angeseilt und stieg über Eisensprossen etwa drei Meter tief nach unten. „Ich habe einen Kopfverband angelegt und den Arm verbunden“, sagte sie später. Ziemlich eng sei es da unten gewesen. Von oben hatte Fabienne Verbandsmaterial aus dem roten Notfall-Rucksack nach unten gereicht. „Weil man da so viel lernt“, sagte sie zu ihrem Interesse für das Rote Kreuz. „Und man kann das ja auch mal selbst gebrauchen.“

Sieben Einsätze brachten die jungen Leute bis 24 Uhr hinter sich. Aber immer noch waren sie begierig aufs nächste Ausrücken. Und das kam gegen 0.30 Uhr. Diesmal brannte eine Mülltonne auf dem Parkplatz nahe dem Dieffler Sportplatz. Gestandene Feuerwehrleute hatten die mit Papier und Sperrholz präpariert. „Man muss auch wissen, wie ein Feuer entsteht“, sagte dabei Oberfeuerwehrmann Christian Lamberti. Der kleine nächtliche Brand erforderte einen richtigen Löschangriff. Mit dabei war Andree, der im Oktober zum Feuerwehrmann ernannt wird. Seit 2013 sei er dabei, „das interessiert mich“. Seine Schwester, Michelle, ist ebenfalls in der Jugendwehr Diefflen.

Zurück in der Feuerwache war der Nachwuchs dann schnell in dem Raum verschwunden, in dem sie am Samstagmorgen die Betten aufgebaut hatten. Gegen drei Uhr sollte laut Plan ein Autounfall stattfinden. „Mal sehen, ob wir die dann noch wach bekommen“, überlegte Susanne Scholl.

Auch die Rettung aus einem Gully wurde geübt. Foto: Johannes A. Bodwing

Als Auszeichnung für die 24-Stunden-Übung fertigten die Betreuer in der Nacht Urkunden und mit Namen beschriftete Tassen. Im nächsten Jahr soll die nächste Übung laufen, um die Motivation der Jugend immer wieder wachzukitzeln.