Jugendliche haben Politik im Blick

Jugendliche haben Politik im Blick

Hier können Jugendliche die Politik in Dillingen mitgestalten, in dem sie ihre Belange vortragen. Den Jugendrat gibt es zwar schon seit 2007, viele wüssten aber nicht um die Chance, die sich ihnen hier bietet.

Die Jugendlichen in Dillingen passen auf. Sie verfolgen die Aktionen der Lokalpolitiker und haben ihren Stadtrat im Blick. Der Dillinger Jugendrat trifft sich regelmäßig mit Mitgliedern der im Stadtrat vertretenen Parteien und stellt Fragen: Was passiert in der Stadt? Welche Projekte sind für wann geplant? Und was haben sie, die Dillinger Jugendlichen, davon?

Noch immer werde etwa an der neuen Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS) Dillingen gebaut. "Die sollte eigentlich in diesem Sommer fertig werden", weiß Lisa Galatz, 20, Sprecherin des Jugendrats, "was ist jetzt damit?"

Seit 2007 gibt es in Dillingen einen Jugendrat. Seit jeher war es so, dass sich zwar einige Jugendliche stark engagieren, die Stadt aber für ihren weiteren Lebensweg verließen, erinnert sich Jugendpfleger Dieter Rust. Kaum jemand bliebe nach seinem Schulabschluss noch in derselben Stadt. Zu den besten Zeiten waren 20 Mitglieder im Jugendrat Dillingen aktiv. Derzeit treffen sich zehn bis 15 Jugendliche alle zwei bis drei Monate, um ihre Belange zu notieren und den lokalen Politikern mit auf den Weg zu geben. Die regelmäßige Sitzung ist ihre persönliche Sprechstunde mit dem Stadtrat: Bisher war bei jeder Sitzung mindestens ein Mitglied des Rats dabei.

Doch als die Jugendräte Klassenkameraden und Bekannte befragten, stellten sie fest: Die meisten Jugendlichen in Dillingen wissen gar nichts von dieser Chance. Und selbst die, die davon gehört haben, halten sich lieber fern. "Jugendrat" klinge eben nicht so spaßig, weiß Galatz. "Es klingt nach herumsitzen und sich langweilen, wie eine Stunde in der Schule", sagt sie. "Aber wir sind eine wirklich lustige Truppe!"

Eigene Interessen vertreten

Für Marie Lehnert, 17, aus Piesbach ist es Ehrensache, die Interessen ihrer Generation zu vertreten: "Mir hat es gefallen, mich zu engagieren." Denn sie findet: "In Dillingen muss mehr getan werden für Jugendliche." Deshalb wollen die Jungs und Mädels den Jugendrat nun auch ihren Altersgenossen wieder schmackhaft machen, mit mehr Präsenz und neuen, selbst gestalteten Flyern. Die wollen sie gezielt an Schulen verteilen. Denn die Jugendlichen können auch die Wünsche ihrer Mitschüler an die Politik herantragen.

Für Frederik Jakob, 17, aus Dillingen vom Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) war das ein Argument, sich den Jugendrat einmal anzusehen: "Ich hatte gehört, dass von unserer Schule noch gar niemand im Jugendrat vertreten ist, das wollte ich ändern." Philipp Müller, 17, aus Pachten kam gleich mit: "Wenn man mitreden kann, sollte man das auch tun", findet er.

In einem Workshop haben die Jugendlichen nun gelernt, wie man Pressemitteilungen verfasst und Slogans für ihre neuen Flyer gesammelt. Als eines der nächsten Projekte ist geplant, den Dillinger Bike-Park am ehemaligen Tierheim wieder instandzusetzen. Das Gelände für Mountainbiker haben Dillinger Jugendliche im Jahr 2011 beim Projekt "Jugend bewegt Stadt" geplant. Unbekannte Rowdys hatten den Park bald nach der Fertigstellung aber wieder zerstört.

Neue sind willkommen

Das letzte Projekt für die Jugend war der Römerpark mit Multifunktionsfeld und Boule-Platz. Das wissen die Aktiven des Jugendrates auch sehr zu schätzen. Dennoch müsse es weiter gehen, sagt Annika Gundel, 15, aus Diefflen, das derzeit jüngste Mitglied des Jugendrats. Deshalb seien auch neue Gesichter unter den Teilnehmern so wichtig: "Man kann eigene Ideen zur Diskussion stellen und Vorschläge in den Stadtrat bringen."