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Innenministerin Bachmann ehrt vier Lebensretter

Öffentliche Belobigung im Rathaus (von links): Alexander Guß, Ministerin Monika Bachmann, Maria Jungmann, OB Roland Henz und Heinz Pätz. Foto: Thomas Seeber
Öffentliche Belobigung im Rathaus (von links): Alexander Guß, Ministerin Monika Bachmann, Maria Jungmann, OB Roland Henz und Heinz Pätz. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. „Spontane Helden des Alltags“ nannte gestern Abend Innenministerin Monika Bachmann vier Lebensretter: Maria Jungmann und Alexander Guß aus Saarlouis, Heinz Pätz aus Künzelsau und Sven Gilchen aus Dillingen. Bachmann sprach ihnen im Rathaus eine „öffentliche Belobigung“ aus. Von SZ-RedakteurJohannes Werres

Öffentliche Belobigungen sind eine staatliche Auszeichnung für Rettungstaten. Ein Polizeibeamter hatte die vier Retter Maria Jungmann, Alexander Guß, Heinz Pätz und Sven Gilchen dafür vorgeschlagen. Die Vier hatten im Juli 2013 einer 45-Jährigen das Leben gerettet, die von der Gustav-Heinemann-Brücke in Saarlouis gesprungen war. Bachmann: Schnell, couragiert, besonnen, ohne Angst hätten sie gehandelt, "Menschen, auf die wir uns in unserer Gesellschaft verlassen können, Vorbilder".

Maria Jungmann hatte die 45-jährige Frau mit dem Kopf nach unten auf der Saar treiben sehen. Sie rannte zum Leinpfad und sprang in ihren Kleidern von der Kaimauer ins Wasser. "Ich habe die Frau umgedreht, sie war bewusstlos. Da kamen auch schon die beiden anderen herangeschwommen und zogen sie an Land." Ans Ufer zog sie schließlich Sven Gilchen (der gestern in Abwesenheit geehrt wurde). Er hatte die Rettung vom anderen Saarufer aus gesehen. Inzwischen war das DRK da und brachte die Frau in die Klinik.

Jungmann, Guss und Pätz waren zum ersten Mal damit konfrontiert, spontan einen Menschen zu retten, einzuschreiten ohne darüber nachzudenken, welchen Schaden sie selbst nehmen könnten. Doch jeder hatte auf seine Weise gelernt, nicht hilflos zu sein: Pätz war mal bei der Wasserwacht, und "Erste Hilfe habe ich bei der Bundeswehr gelernt. Das war in Sekunden wieder da." Jungmann hält nicht nur der 70-Kilo-Neufundländer in Form; sie ist Altenpflegerin und weiß, dass man manchmal schnell handeln muss. Und Guss hat seine Erfahrungen bei den Maltesern gemacht.

Die Vier kannten sich vorher nicht. Guss, der bei der Stadt beschäftigt ist, und Jungmann, die von Victor's kam, waren an diesem frühen Freitag Nachmittag auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Pätz, ein Sportartikel-Verkäufer, der mal in Saarlouis gearbeitet hatte, war zu Besuch und auf dem Weg zu Bekannten, "zum Schwenken". Denn es war ein sehr heißer Juli-Tag, "das Wasser war zum Glück nicht so kalt", sagte Jungmann.