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Inklusion
Tränen der Rührung beim letzten Song

Gemeinsam singen beim EINKlang-Wettbewerb: Auch der Finalsong aller Teilnehmer wurde beim ersten Workshop im Landratsamt Saarlouis schon geprobt.
Gemeinsam singen beim EINKlang-Wettbewerb: Auch der Finalsong aller Teilnehmer wurde beim ersten Workshop im Landratsamt Saarlouis schon geprobt. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Saarlouis. Der inklusive Songcontest EINKlang geht in die dritte Runde, die Proben laufen schon. Anmeldung ist noch möglich. Von Carolin Merkel

Als die Teilnehmer beim ersten Workshop zum Songcontest EINKlang den Abschlusssong „We are the World“ anstimmen, ist es um Winfried Hoffmann, Behindertenbeauftragter der Stadt Dillingen, geschehen. Die ersten Tränen der Rührung kullern über seine Wange, nach dem Song gibt es mächtig Beifall von ihm, eingefleischter EINKlang Fan und selbst Jurymitglied, für die Akteure, die sich am Sonntagmorgen im Landratsamt eingefunden hatten. Dorthin hatte der Veranstalter, der Kreis Saarlouis, zusammen mit den Bandmitgliedern zu einer ersten Probe eingeladen.


Das, was gezeigt wurde, begeisterte auch Bandmitglied und Mitinitiator Horst Friedrich aufs Neue. Er ist in diesem Jahr zum dritten Mal dabei und freut sich schon auf die nächsten, arbeitsintensiven, aber auch aufregenden Wochen. Nachdem die Vorjahressieger in diesem Jahr „nur“ als Gäste auf der Bühne stehen werden, ist Platz für weitere Sängerinnen und Sänger. „Der Anmeldeschluss wurde verlängert, beim nächsten Workshop wird es ein kleines Vorsingen für die Nachrücker geben“, erzählt er.

Möglich ist, bei der dritten Auflage von EINKLang, als Duo, als Trio oder auch in der Gruppe anzutreten – einzige Bedingung: Der Inklusionsgedanke. So wie bei der 17-jährigen Ernesa und ihrer 19-jährigen Partnerin Jill. Ernesa hat den großen Wunsch, in ihrer Heimatsprache Albanisch zu singen. Und das hört sich schon bei den ersten Proben richtig gut an, wie Friedrich betont. Er treibt zusammen mit Kolja Koglin, der am Schlagzeug den Rhythmus vorgibt, die Akteure immer wieder an, übt positive Kritik, am Ende gibt es viel Lob für die, die sich was trauen.



Darunter auch vier Damen, die sich in diesem Jahr den Song „The Lion sleeps Tonight“ vorgenommen haben und eifrig am Proben sind. Tim, 17 Jahre, hat bereits im vergangenen Jahr teilgenommen, war, wie er berichtet aber nicht ganz glücklich mit der Duett-Partnerin. Also hat er das Ganze selbst in die Hand genommen und seine Lehrerin Joelle gefragt, eine erfahrene Sängerin. Sie hat auch den Song ausgewählt. „Für Tim ist es einfacher, einen deutschen Song zu singen“, sagt sie. Dann erklingen die ersten Töne vom Silbermond Hit „Ja“ - aus dem etwas schwerfälligen und unsicheren Schüler wird ein einfühlsamer und textsicherer, selbstbewusster junger Mann, der alle im Saal in seinen Bann zieht. „Für Tim ist es nicht wichtig, dass er gewinnt. Musik ist für ihn unendlich wichtig und ich habe gesehen, wie er sich weiterentwickelt hat“, schwärmt seine Duett-Partnerin. „Egal, wie es ausgeht, wir werden unseren Spaß haben“, sagt der Schüler und lacht.

Die dritte Auflage des inklusiven Songcontest EINKlang startet am Samstag, 27. Oktober im Lokschuppen Dillingen, der Kartenvorverkauf wird rechtzeitig bekannt gegeben. Der Anmeldeschluss wurde verlängert bis Sonntag, 2. September.  Der nächste Workshop, verpflichtend für alle Teilnehmer, ist am 30. September im Landratsamt. Der Imagefilm auf der Homepage gibt einen Einblick, hier können sich Teilnehmer in einfacher Sprache informieren und anmelden.  Das Konzert ist zugleich Eröffnungskonzert der Musikfestspiele Saar 2018.