| 21:29 Uhr

Tam Tam
In Dillingen pflügten die Boote durchs Wasser

Angetrieben von Trommlern kämpften die Teams auf der Saar um jeden Zentimeter.
Angetrieben von Trommlern kämpften die Teams auf der Saar um jeden Zentimeter. FOTO: Johannes A. Bodwing
Pachten. Beim 10. Dillinger Tam Tam sind am Samstag wieder viele Drachenboot-Teams auf die 1000-Meter Strecke gegangen. Von Johannes Bodwing

Anfeuerungsrufe hallen über die Saar, rhythmisches Trommeln und das Rauschen von Paddeln kommen näher. Aus Richtung der Brücke Dillingen-Siersburg pflügen acht Drachenboote durch das Wasser. Darin je zehn Personen an den Paddeln, je ein Taktgeber an der Trommel sowie ein Steuermann. Über eine Distanz von 1000 Metern lieferten sie sich am Samstagnachmittag ein spannendes Rennen. Damit endete gleichzeitig das 10. Dillinger Tam Tam am Yachthafen bei Pachten.


Von 13 bis gegen 18 Uhr lief die Veranstaltung des AWO-Verbundes für Integration und Bildung (VIB) in Zusammenarbeit mit der Stadt Dillingen und dem Kanu-Club Dillingen. 15 Teams hatten sich daran beteiligt, darunter auch welche aus Trier und der Dillinger Partnerstadt Creutzwald. „Bis 18 Uhr ist die Saar gesperrt“, erzählte Vera Burger, Vorsitzende des Kanu-Club Dillingen. „Bis dahin müssen wir mit den Rennen durch sein.“ Und das schafften sie mit gut organisierten Helfern. DLRG und Feuerwehr sorgten mit Booten für die Sicherheit auf dem Wasser. Das Rote Kreuz stand bereit, und die Wasserschutzpolizei stoppte mehr als 100 Meter lange Frachter vor der Rennstrecke.

„Wir haben die Strecke heute Morgen mit Booten und GPS vermessen“, erklärte Burger am Zielpunkt. 250 Meter waren das für die unterschiedlichen Disziplinen, dazu kam die 1000 Meter-Strecke für das Massenstart-Rennen. Beim 10. Tam Tam paddelten die Teilnehmer erstmals flussaufwärts, was bei ruhiger Saar aber keine zusätzliche Herausforderung darstellte.



Die AWO kümmerte sich um das leibliche Wohl der Gäste. Etwa 500 bis 800 waren das, schätzte der Direktor der AWO-Behindertenwerkstatt, Diethard Geber, vor der Preisverleihung. Bei diesem Erfolg dürfe es nächstes Jahr eine Fortsetzung geben. Teamgeist und das Zusammenkommen mit anderen Menschen waren für viele die Gründe für die Teilnahme. Darunter auch Christel Henkes vom Kanu-Club Dillingen. „Ich habe jetzt vier Rennen mitgemacht“, sagte sie am Nachmittag, „in verschiedenen Teams, jetzt im reinen Frauenlauf“. Trainiert werde das ganze Jahr über, erzählte Vereinskollegin Kristina Kreuser und ergänzte lachend: „Im Winter haben wir auf der Saar auch schon mal den Eisbrecher gemacht.“ Wichtig sei es, dass das Team den richtigen Rhythmus finde. „Wenn nicht alle gleichmäßig paddeln, dann geht das Tempo runter.“

Neun Rennen hatte Eva Kiefer-Baldowski schon am mittleren Nachmittag hinter sich. Sie war für die Volksbühne Pachten im schwankenden Drachenboot. „Aber so langsam merkt man das, ich bin ja das erste Mal dabei.“

Beim 10. Dillinger Tam Tam gewann am Ende das Team WZB, Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe, den „Handi-Cup“. Den „Damen-Cup“ entschied der Kanuclub Völklingen für sich, der mit einem weiteren Team auch den „Großen Preis der Stadt Dillingen“ heimfuhr. Sieger des „Integrations-Cup“ wurde das Team Undine, beim „Massenstart 1000 Meter“ hieß der Gewinner Stahl Vital der Dillinger Hütte.