In Dillingen hat der 21. Kunsthandwerkermarkt stattgefunden

Markt : Kreatives aus Gegenständen des Alltags

Beim 21. Kunsthandwerkermarkt in Dillingen gab es jede Menge zu entdecken und zu kaufen.

Neugierig beugt sie ihren Kopf über die türkisfarbene Edelsteinkette, sie greift nach ihr. Kalt fühlen sich die Steine auf der Haut an, als sie die Kette um den Hals legt. Ihre Stirn legt sich in Falten und der Kopf neigt sich leicht zur Seite, skeptisch wiegt ihr Blick im Spiegel. Ob handgefertigter Gold-, Silber-, Glas oder Perlenschmuck – beim 21. Kunsthandwerkermarkt im Dillinger Lokschuppen drängen sich viele Besucher an die diversen Schmuckhändler aus der Region, insgesamt 70 Stände ziehen mit ihren Kreationen die Aufmerksamkeit auf sich.

 „Mir ist es zu viel Schmuck“, sagt Viola Schuh, einen Armreif und einen Ring aus Edelsteinen hat sich dagegen Monika Paul „gegönnt“, wie sie erzählt. Die Schwestern kommen seit Jahren zum Markt, „es ist immer wieder schön“, sagt Paul. „Die Kreativität der Aussteller, aus alten Alltagsgegenständen etwas zu machen, ist toll“, findet Schuh. Schon letztes Jahr griff sie zu einer handgemachten Rosenseife, „sie sieht schön aus und duftet noch wie am ersten Tag“, sagt sie.
Neben Schmuck bietet der Markt auch selbstgemalte Acrylbilder, Keramik- und Holzschalen sowie Blumentöpfe aus Ton. Auch Steinarbeiten und Dekorationsartikel für Haus und Garten gibt es, darüber hinaus zeigen ein Schmied aus Lothringen und ein Korbflechter aus dem Elsass, was ihr traditionsreiches Handwerk in Kunst verwandeln kann.
So auch die Bilder von Simone Strauss und Stefanie Alles. Unter dem Begriff „Safety Art“ lackieren die Designerin und Künstlerin kleine Feuerlöscher und integrieren sie in ein Bild. Die Idee dazu hatten sie vor einem Jahr. „Ein Feuerlöscher ist an sich nicht schön, aber sie sind wichtig“, sagt Alles. Angefangen hat ihre Zusammenarbeit mit Aufbewahrungsorten für Schmuck, die mit Klammern oder Magneten in ein Bild integriert werden.
„Ich bin Wiederholungstäterin“, gesteht indes Ursula Schillo, ihr Besuch auf dem Markt ist fest eingeplant. „Das Niveau der Aussteller ist gut“, findet sie, sie selbst hat sich diesmal für ein Tier aus Vlies entschieden. Nur das Ambiente im Schloss, wo der Markt früher stattfand, gefällt ihr besser.
Anders sehen das Christiane Becker und Doris Gindorf, ihnen sagt die Atmosphäre zu. „Mich interessiert, was die Aussteller so machen“, erzählt Becker, sie selbst arbeitet ebenso mit Treib- und Altholz. Sie nimmt eine Kette mit einem Elefantenanhänger aus einer alten Gabel mit.
Ob schwungvoll verbogene Amulette, Ringe oder Flaschenöffner aus Messern - Schmuck als altem Tafelsilber bieten die „Besteckkünstler“ an. Ihr Material erhalten sie von Kunden oder aus dem Internet, „viele brauchen ihr Tafelsilber nicht mehr“, erzählt Carin Kraupner. Mit Hammer und Zange schmieden sie das Silber kalt in die gewünschte Form, auch einen Holzklotz nutzen sie, um strukturelle Unregelmäßigkeiten ins Silber zu prägen.

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