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Hütten-Arbeit – wie sie war und heute ist

Dillingen. Hier prallen zwei Welten aufeinander: Skulpturen zeigen die einstige Schwere der Arbeit auf der Dillinger Hütte. Großformatige Fotos verdeutlichen den technischen Fortschritt, den die Montanindustrie gemacht hat. red

Der Förderverein Altes Schloss Dillingen veranstaltet von Sonntag, 22. März, bis 14. April eine Ausstellung "Tradition trifft auf Innovation" im Alten Schloss in Dillingen . Sie zeigt historische Hüttenarbeiterskulpturen vor den Kulissen spannender Arbeitswelten auf der Dillinger Hütte .

Bekannte Bildhauer haben zwischen 1850 bis 1950 in der Hochzeit der Industrialisierung Skulpturen von Hüttenarbeitern - Schmelzer, Gießer und Walzwerker - gegossen. Sie sind vielfältige Beispiele künstlerischer Darstellungen von Arbeit. Die Werke drücken meist die harten Arbeitsbedingungen der Hüttenarbeiter aus, die an ihrem Arbeitsplatz Staub, Lärm und Hitze ausgesetzt sind. Anfänge von Schutzkleidung sind zu erkennen. Teils sind die Arbeiter mit blankem Oberkörper dargestellt, wo aus der Struktur Kraft spricht. An ihren Werkzeugen, wie Gießlöffel, Gießform und Walzerzangen, erkennt man den Arbeitsbereich.

Eine Besonderheit stellen diese Werke dar. Teils sind sie Unikate, teils reproduzierbare Skulpturen . Hergestellt werden sie als Kleinskulptur für Repräsentationszwecke oder als Geschenke für Direktoren und Meister, wie aus den Widmungen erkenntlich ist. Großformatige Skulpturen dieser Künstler finden sich im Umfeld namhafter Unternehmen oder Städte.

Während diese Figuren meist die ehemalige Schwere der Arbeit vor Ort in der Eisen-und Stahlindustrie ausdrücken, verdeutlichen die Großfotos aus der heutigen Arbeitswelt der Dillinger Hütte mit Computern bestückten Schaltzentralen der Produktionsbetriebe den rasanten Fortschritt der technischen Weiterentwicklung in der Montanindustrie.

Neben den Ausstellungswerken demonstriert eine Video-Doku das Gießen eines Kunstwerkes - "Eine weinende Mutter" von Inge Andler-Laurenz - auf der Dillinger Hütte . Die in der Ausstellung gezeigten Plastiken stammen aus der Sammlung von Werner Bibl.

Zur Einführung in die Ausstellung spricht Professor Norbert Bannenberg, Präsident des Fördervereins Altes Schloss Dillingen , am Sonntag, 22. März, um 11 Uhr. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag, Samstag von 16 bis 19 Uhr, Sonn- und Feiertags von 15 bis 17 Uhr.