Hommage an einen Suchenden

Dillingen/St. Ingbert. 2007 schloss das Albert-Weisgerber-Museum St. Ingbert. Mit der ehemaligen Alten Baumwollspinnerei am St. Ingberter Bahnhof, "eine herausragende Stätte der Präsentation der Kunst Albert Weisgerbers", so formulierte es Alfons Wirtz vom Kuratorium der Albert-Weisgerber-Stiftung bei der Ausstellungseröffnung in Dillingen

Dillingen/St. Ingbert. 2007 schloss das Albert-Weisgerber-Museum St. Ingbert. Mit der ehemaligen Alten Baumwollspinnerei am St. Ingberter Bahnhof, "eine herausragende Stätte der Präsentation der Kunst Albert Weisgerbers", so formulierte es Alfons Wirtz vom Kuratorium der Albert-Weisgerber-Stiftung bei der Ausstellungseröffnung in Dillingen. "So wie heute überschaubar, wird das Museum in knapp zwei Jahren eröffnen", erklärte Wirtz. In der Zwischenzeit schickte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Kunsthistorikerin Andrea Fischer, die Gemälde auf Reisen. Weisgerbers Werk war in Schweinfurt, Dachau, Speyer, Berlin in wechselnden Konstellationen ausgestellt, jeweils bemüht, neue Facetten im Schaffen des 1915 im Alter von 37 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallenen Malers hervorzuheben. Derzeit ist der Maler, der in München bei Franz von Stuck studiert und dort seinen Lebensmittelpunkt hatte, mit seinen Arbeiten zu Gast im Kunstverein Dillingen im Alten Schloss. Dort ist Weisgerber, "Grenzgänger zwischen Impressionismus und Expressionismus", weiß Kunstvereinsvorsitzender Gerhard Leonardy. Dabei stehen nicht die Gemälde, sondern der "andere Teil seines Gesamtwerks", so Andrea Fischer, im Mittelpunkt. Weisgerber, der "eine große Begabung jener aufstrebenden Malergeneration" auf dem Weg in die Moderne war, blieb zeitlebens ein Suchender: Nach Motiven, die er in seiner "eigenen, impulsiven zeichnerischen Handschrift" einfing und dabei nie ganz frei war, sondern vielfach im Auftrag arbeitete. Plakate, oft preisgekrönte, kamen aus einem Atelier wie auch die Illustrationen für die Zeitschrift "Die Jugend" oder für "Gerlachs Jugendbücherei", für die er Grimms Märchen bebilderte. Im Auftrag der "Jugend" ging er nach Paris und suchte dort Freundschaft und Auseinandersetzung mit Toulouse-Lautrec, Matisse und Cézanne, was sein erhaltenes Skizzenbuch belegt. Seine Reisen nach Florenz und Rom führten ihm die biblischen Motive zu, deren bekanntestes der heilige Sebastian war. Darin erkannte er die Gestalt des Künstlers wieder: verehrt, verfolgt und immer im Banne der Menschen.Ausstellung im Alten Schloss bis zum 31. Januar. Öffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag von 16 bis 19 Uhr. Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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