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Historische Eisenbahner-Fahne kehrt zurück

Historische Eisenbahner-Fahne kehrt zurück

Die Fahne des früheren Eisenbahner-Vereins Dillingen erhält einen Platz in der Beratungsstelle der Stiftung Bahn-Sozialwerk im Bahnhof. Sie stammt aus dem Jahr 1930 und galt rund 50 Jahre als verschollen.

Fast ein halbes Jahrhundert war sie verschollen, dann als Leihgabe im Hemmersdorfer Heimatmuseum aufgehängt. Jetzt wurde die historische Fahne des früheren Eisenbahner-Vereins Dillingen wieder in den Bahnhof der Hüttenstadt überführt.

Frans-Josef Weisgerber, Vorsitzender der Dillinger Ortsstelle der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW), präsentierte die heimgekehrte Fahne gemeinsam mit Manfred Blanchebarbe erstmals wieder im Bahnhof. Das ein mal ein Meter große Souvenir aus Samt und Seide erinnert samt kunstvoll verzierter Trägerstange an ein besonderes Kapitel der Eisenbahngeschichte in Dillingen und Umgebung. Mitarbeiter der Bahn, die in Dillingen , Saarlouis, Beckingen, Nalbach und Fremersdorf beschäftigt waren, gründeten 1905 den Eisenbahner-Verein. Seine Aufgabe war es, vor allem soziale, gemeinnützige und gesellige Ziele zum Wohle aller Eisenbahner ohne Rücksicht auf dienstlichen Rang und Tätigkeit zu fördern.

Schon bald danach richtete sich der äußerst rege Verein mit 206 Gründungsmitgliedern eine Bibliothek ein, später einen Chor und ein 25-köpfiges Musikorchester. Zum Jubiläum anlässlich des 25-jährigen Bestehens legte er sich eine eigene Fahne zu.

Die Fahnenweihe im Jahr 1930 war ein überregionales Medienereignis. Delegationen von 46 Eisenbahner-Vereinen aus dem gesamten Reich nahmen am Fest in Dillingen teil und verewigten sich mittels kleiner Prägeschilder auf der Fahnenstange. Der Verein zählte damals 374 Mitglieder und war in Dillingen die bestimmende kulturelle Vereinigung.

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten musste sich der Eisenbahner-Verein 1935 auflösen. 1981 fand ein Dillinger Dachdecker die alte Vereinsfahne in einem Dachstuhl und gab sie an die damalige Bundesbahn zurück. "Die Fahne erhält jetzt einen Platz in unserer neuen Dillinger Beratungsstelle im Bahnhof", bestätigt Weisgerber. Die heutige Stiftung Bahn-Sozialwerk sieht sich als Nachfolgeorganisation der früheren Eisenbahner-Vereine.