Helge Lorenz will Bürgermeister in Dillingen werden

SZ-Serie Bürgermeisterkandidaten in Dillingen : Er will mit Ideen auch junge Wähler erreichen

Der 29-jährige Helge Lorenz will Bürgermeister von Dillingen werden.

Bei den jungen Wählern kann Helge Lorenz keine Politikverdrossenheit erkennen und auf die setzt der 29-Jährige auch thematisch im Wahlkampf. Seit 2012 ist der junge Liberale Vorsitzender der FDP Dillingen, „das war keine einfache Zeit nach dem Absturz 2014“, sagt er. Mit seiner Kandidatur als Bürgermeister will Lorenz auch „ein Zeichen setzen, dass die FDP wieder selbstbewusst ist“.

Die Dillinger Kulturlandschaft, in der er sich selbst viel als Musiker bewegt, will er beleben: „Mir tut es im Herzen weh, was mit dem Lokschuppen passiert“, sagt Lorenz. Veranstaltungen „von viel höherer Strahlkraft in die Region“ sollten dort stattfinden und mehr für junge Leute. Als Bürgermeister würde er „das Management aus dem Kulturamt ausgliedern“ und eine Stelle schaffen, um große Konzerte für den Lokschuppen zu organisieren. Die Kulturbühne, „eine etablierte Reihe, die aber in den letzten Jahren stagniert“, würde er auf den Kirchplatz Pachten oder den Brunnenplatz Diefflen ausweiten, um neues Publikum zu finden. Der Kirchplatz ist sein Lieblingsort in Dillingen, weil „er für ein reges Vereinsleben, im Sommer wie im Winter, steht“.

Ein „kinderfreundliches Dillingen“ ist Lorenz ebenfalls wichtig: Er bemängelt etwa fehlende IT-Ausrüstung an den Schulen. „Es ist im Jahr 2019 doch kein Luxus mehr, die Schulen flächendeckend mit digitaler Infrastruktur auszurüsten.“ Dass die Stadt genügend Plätze in Kitas und Nachmittagsbetreuung bereitstellt, ist für ihn selbstverständlich. Die Jugendarbeit in Dillingen sieht er gut aufgestellt, allerdings wäre sein Traum ein selbstverwaltetes Juz in der Innenstadt. Möglichkeiten zum Ausgehen fänden junge Leute in der Stadt zu wenige, meint Lorenz. „Dillingen ist ein schwieriges Pflaster, aber man darf den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Ein weiteres Anliegen ist dem FDP-Kandidaten ein „digitaler Bürgerservice“  im Rathaus, „um auch außerhalb der Öffnungszeiten Dinge erledigen zu können.“ Ein Hindernis hierfür sieht er bisher in der schlechten Infrastruktur: „Man muss Geld in die Ausstattung stecken und Vorreiter werden.“

Die Stadtentwicklung sind für den Dillinger ihn großes Thema: „Stadtteile wie die Pachtener Heide, Über’m Berg oder das Blumenviertel sind heute reine Wohngebiete mit vielen Älteren, da gibt es keine Läden mehr, die Straßen sind in schlechtem Zustand“; diese Gebiete müsse man so herrichten, dass man dort auch in zehn Jahren noch gut wohnen könne. Ein Ringbus zum Beispiel könnte eine gute Anbindung in die Innenstadt schaffen.

Für die Innenstadt selbst hat er auch Ideen: Für das ehemalige Kaurisch-Gelände stellt Lorenz sich ein betreutes Wohnen für Ältere vor, anstelle des Dillinger Kaufhauses sähe er gerne ein Start-Up-Zentrum für junge, kreative Gründer.