Hauswirtschaft wird wichtiger

Hauswirtschaft ist längst nicht mehr ausschließlich ein typischer Frauenberuf. Das machte Walter Schwieck klar, der nun den Hauswirtschaftslehrgang bei der KEB in Dillingen erfolgreich abgeschlossen hat.

"Für mich war alles ein bisschen ungewohnt, weil ich eigentlich nicht die beste Hausfrau bin", sagt Walter Schwieck (45). Er hat jetzt im Rahmen einer kleinen Feier ebenso wie 17 Frauen das Zeugnis über eine erfolgreiche Abschlussprüfung in Hauswirtschaft erhalten. Sie absolvierten bei der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Dillingen in zehn Monaten einen Vorbereitungslehrgang und legten bei der zuständigen Stelle des Bildungsministeriums ihre Prüfung ab.

Auch Beruf für Männer

Schwieck räumt zwar ein, dass die Frauen gewisse Vorteile gehabt hätten, weil sie über mehr Erfahrung mit Haushalt und Küche verfügten, während er selbst zwar auch den Haushalt geführt, aber bisher eher am Bau und in der Industrie gearbeitet habe. Dennoch ist er überzeugt: "Das Vorurteil, Hauswirtschaft sei nur etwas für Frauen, ist längst überholt." Jetzt hat er bereits Bewerbungen an Senioreneinrichtungen geschickt und möchte sich bei der KEB zur "Fachkraft für Betreuung" beruflich weiterbilden.

Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler erinnerte daran, dass die KEB seit den 1980er Jahren in Hauswirtschaft aus- und weiterbilde. Maria Fier vom Bildungsministerium überreichte die Zeugnisse und lobte die Gruppe: "Sie haben es geschafft, in kurzer Zeit ein sehr hohes Pensum einer kompletten Berufsausbildung zu absolvieren, wofür andere drei Jahre zur Verfügung haben." Hauswirtschafterin sei ein professioneller Dienstleistungsberuf mit guten Beschäftigungsmöglichkeiten, "überall dort, wo Menschen betreut werden", Kinder, Senioren, Kranke und Behinderte. Es gebe auch gute Weiterbildungsmöglichkeiten, Meistertitel inklusive. "Tragen Sie das Berufsbild Hauswirtschaft selbstbewusst nach draußen!", forderte Maria Fier.

Gute Zukunftsaussichten

Hauswirtschafter und Hauswirtschafterinnen haben gute Aussichten in Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Altenpflege, Kur- und Krankenhäusern, Sozialstationen, Tagungshäusern, Hotels, Ganztagsschulen oder Dienstleistungsagenturen. Im November hat bei der KEB ein neuer Lehrgang begonnen, weitere sind geplant. Am 5. Februar startet eine Weiterbildung zur Fachkraft für Betreuung."

Kontakt: KEB im Kreis Saarlouis, Friedrich-Ebert-Straße 14, Dillingen; Telefonnummer (0 68 31) 7 60 20.