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Rätselabend
Hat etwa ein Eierkocher die Frau getötet?

Viele Einfälle der Besucher haben sogar Spieleerfinder Jens Schumacher, der seine jüngste Auflage der „Black Stories“ präsentiert hat, zum Lachen gebracht.
Viele Einfälle der Besucher haben sogar Spieleerfinder Jens Schumacher, der seine jüngste Auflage der „Black Stories“ präsentiert hat, zum Lachen gebracht. FOTO: Barbara Scherer
Dillingen. Beim Rätselabend im Drachenwinkel haben die Besucher großes Talent im Querdenken bewiesen. Alle vorgestellten „Black Stories“ wurden gelöst. Von Barbara Scherer

Weil sich eine Frau an die Bedienungsanleitung hielt, musste sie sterben. Doch was genau ist passiert? Das Publikum, das das Rätsel lösen soll, grübelt. Dann stellen die Menschen die ersten Fragen: Hat die Frau das Gerät, um das es scheinbar geht, zum ersten Mal benutzt? War es ein Gerät mit Klingen? War es ein Gerät, das normalerweise in einer Küche steht?


Bei dem Rätsel um die Frau, die auf skurrile Art ums Leben kam, handelt es sich um eine so genannte „Black Story“ (siehe Info). Beim Rätselabend in der Buchhandlung Drachenwinkel in Diefflen haben die rund 100 Besucher ihr Geschick im Kombinieren und Um-die-Ecke-Denken unter Beweis gestellt. Denn der im Saarland lebende Spieleerfinder und Autor Jens Schumacher, der durch den Rätsel­abend führte, hatte einige knifflige Geschichten im Angebot – rund um reale Missgeschicke und Katastrophen des Alltags.

50 Geschichten umfasst die auf den Namen „Daily Disasters“ hörende Edition, die er mitgebracht hat. Und die Besucher im Drachenwinkel geben alles, um die Geschichten, die Schumacher spielt, zu enträtseln. Doch zurück zur ersten Geschichte an diesem Abend, der Frau mit der Bedienungsanleitung. „Ist die Frau verblutet?“, will einer der Zuhörer wissen. Schumacher bejaht das und erklärt nebenbei, dass es immer helfe, die genaue Todesursache herauszufinden.



Zwischendurch erzählt er, wie die Geschichten entstehen, gibt auch mal kleine Tipps. Oder lacht, wenn jemand fragt, ob denn Körperteile verlorengingen, oder ob das situative Improvisationsvermögen der Frau wohl eingeschränkt gewesen sei. „Das gibt schon einen Bonuspunkt für die Formulierung“, schmunzelt der Spieleerfinder. Ob die Frau gestorben ist, weil sie zu lange in einer Warteschleife hing? Schumacher verneint und meint: „Die Geschichte hätte mir gefallen.“

Langsam kommen die Besucher im Drachenwinkel auf die Idee, zunächst einmal zu klären, welches Gerät überhaupt im Spiel war. Ein Eierkocher war es nicht. Auch kein Thermomix. Immer wieder müssen sowohl Schumacher auf der kleinen Bühne des Drachenwinkels als auch die Gäste lachen – über die skurrilen Einfälle der Mitratenden genauso wie über Schumachers Kommentare und natürlich über die Geschichten selbst. Denn wie die Frau denn nun genau zu Tode kam, ist wirklich mehr als skurril – und als jemand das richtige Gerät genannt hat, auch schnell gelöst.

Wer eine „Black Story“ auflöst, erhält von Schumacher einen Punkt. Offenbar sind die Besucher im Drachenwinkel gut drauf, denn selbst die von Schumacher als „unlösbar schwere und versaute“ angekündigte Geschichte rund um einen Mann mit gebrochener Nase lösen sie.

Am Ende des Abends entpuppt sich Michelle Leinenbach aus Fraulautern als beste Rätsel-Löserin. Als Einzige hat sie es geschafft, zwei Punkte zu sammeln. Dabei hat die Zwölfjährige zum ersten Mal überhaupt „Black Stories“ gespielt, verrät sie. In den Drachenwinkel ist sie wegen Schumacher gekommen. „Er war mal bei uns in der Grundschule und ich habe ein paar Bücher von ihm gelesen“, erzählt sie – unter anderem „Asmoduin“ sowie eins seiner Abenteuer-Spiel-Bücher. Aber auch die „Black Stories“ haben ihr „sehr gut“ gefallen.

Die Frau aus der ersten Geschichte ist übrigens durch ihre Spülmaschine zu Tode gekommen. Ganz der Bedienungsanleitung entsprechend hatte sie die Messer mit der Klinge nach oben eingelegt. Doch dann ist sie sehr unglücklich in die offene Maschine gefallen. Nicht haarsträubend genug? Die Geschichte ist noch eine der harmloseren . . .

Wer mit Jens Schumacher „Black Stories“ errätseln will, hat dazu am 11. Januar 2019 die Chance. Dann stellt er seine im Oktober erscheinende „Real Crime“-Edition im Drachenwinkel vor.