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Grüne Blätter werden Farblinien

TWG-Schülerin Marie erklärt Selina und Ruken (von links) von der Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“, wie man aus zerriebenen Blättern Bestandteile filtert und sichtbar macht. Foto: Johannes A. Bodwing
TWG-Schülerin Marie erklärt Selina und Ruken (von links) von der Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“, wie man aus zerriebenen Blättern Bestandteile filtert und sichtbar macht. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Dillingen. Was ist das Geheimnis der Geheimtinte? Und wie macht man die Erbinformation des Menschen sichtbar? Experimente dazu präsentierten am Mittwoch Schüler des TWG Dillingen bei einem Workshop für die Saarlouiser Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“. Johannes A. Bodwing

Spucke und ein paar chemische Zutaten, schon lässt sich die eigene DNA sichtbar machen. Die genaue Vorgehensweise wurde im TWG ebenso demonstriert, wie die Möglichkeit, unterschiedliche Stoffe zu analysieren.

"Seit einigen Jahren haben wir Kooperationen mit weiterführenden Schulen im Umfeld", sagte Herbert Jacob, Leiter des Technisch-Wissenschaftlichen-Gymnasiums Dillingen, TWG. Diesmal habe man ein Projekt für die Saarlouiser Gemeinschaftsschule "In den Fliesen" vorbereitet.

An 17 Stationen zeigten Schüler des TWG unter anderen, wie sich der Atomdurchmesser ermitteln lässt, die maximale Leistung einer Solarzelle und der Einfluss der Temperatur auf Gärungsprozesse. Zu Forschern wurden dabei knapp drei Dutzend Schüler der Sekundarstufe 1 aus Saarlouis unter Schulleiterin Ute Strozynski sowie Stellvertreter Uwe Burg. Grüne Blätter zerschnitten Selina und Ruken an Station 9. Zusammen mit Sand und Aceton wurden die Schnipsel dann in einem Mörser zerreiben. "Das macht schon Spaß", meinten die Beiden, als TWG-Schülerin Marie sie schrittweise zum Ergebnis führte. "Die Flüssigkeit wird gefiltert", erklärte Marie. "Und dann kann man zeigen, dass Pflanzen unterschiedliche Bestandteile haben." Mittels Dünnschicht-Chromatographie geschieht das, wobei sich einzelne Bestandteile unterschiedlich schnell über ein Trägermedium bewegen. So entstehen klar unterscheidbare farbige Linien für Carotinoide, Chlorophylle und Xanthophylle.

"Das ist Babypuder", rätselte Veronique vor einer weißen Substanz. "Die würde sich nicht mit Wasser vermischen", erwiderte Sanja vom TWG. Mit verschiedenen Analysesubstanzen wie Essig und pH-Wert-Bestimmung ging es weiter durch die Proben, bis zum wirklichen Babypuder.

Angekokelt roch es an der Station von Michelle und Kim. Sie demonstrierten Geheimtinte mit Milch, Zitronen- und Zwiebelsaft. Das damit Geschriebene machten Nico und Josef sichtbar, indem sie das Papier erhitzten, bis sich dunkel die Schrift abhob. "Und warum ist das so?", fragte Michelle. "Kohle?", meinte Nico. "Genauer Kohlenstoff", erläuterte Michelle. "Der ist in den organischen Flüssigkeiten drin und wird beim Erhitzen schwarz." Das sei interessant, mit solchen Sachen zu experimentieren, fand Nico. "Chemie und Physik, es kann gut sein, dass ich später in der Richtung was mache."