Große Überraschung

Einen Tag nach der 0:2-Heimniederlage gegen Saar 05 Saarbrücken ist der erst im Sommer gekommene Norbert Groß als Trainer des Saarlandligisten VfB Dillingen zurückgetreten. Als Grund nannte er die mangelnde Einstellung vieler seiner Spieler.

Dillingen. Paukenschlag am Sonntag: Norbert Groß ist nicht mehr Trainer des Fußball-Saarlandligisten VfB Dillingen. Der erst zu Saisonbeginn als Nachfolger des zurückgetretenen Ralf König verpflichtete Groß erklärte am Sonntag seinen Rücktritt beim aktuellen Tabellen-Elften (sechs Punkte aus acht Spielen). Als Hauptgrund für den Schritt nannte Groß, die fehlende Einstellung vieler VfB-Spieler. "Hinter Erfolgen steckt immer harte Arbeit. Diese können und wollen in Dillingen nur wenige Spieler leisten. Nur die wenigsten sind hier bereit, Opfer zu bringen und für das Team alles zu geben", sagt Groß. "Für die Spieler, die voll mitgezogen haben, tut es mir leid, aber unter diesen Umständen muss ich meine Konsequenzen ziehen."

Kritik an der Einstellung

Konkret beklagte sich der Übungsleiter über den Trainingseifer. Wegen Wechselschichten hatte er zumeist nie den gesamten Kader beisammen. Den Spielern mit Mittagsschicht hatte er individuelle Trainingspläne zusammengestellt, die aber nicht von allen Akteuren absolviert wurden. Zudem missfiel dem Trainer, dass einige Akteure während der Runde in Urlaub gefahren sind. Ärger gab es auch bei der 0:2-Niederlage am Samstag gegen Saar 05. Nachdem Groß schon drei Mal gewechselt hatte, ließ sich VfB-Akteur Ze Mario Brito da Silva zu einer abfälligen Geste gegen den Trainer hinreißen. Groß reagierte, holte den Brasilianer vom Feld und spielte die Partie mit zehn Mann zu Ende.

Hesslinger hilft aus

Das Fass zum Überlaufen brachte dann eine für Sonntagmorgen angesetzte Trainingseinheit. "Die sollte hauptsächlich für die Spieler sein, die in der Woche wenig oder gar nicht trainieren können. Es waren dann aber nur sechs Akteure anwesend. Viele andere haben sich mit fadenscheinigen Begründungen abgemeldet", berichtet der Ex-VfB-Trainer.

Wie es nun in Dillingen weitergeht, ist noch völlig offen. "Wir waren sehr überrascht von Norberts Schritt", erklärt der zweite Vorsitzende des VfB, Willi Seiwert. "Seine Argumente kann ich auch nur teilweise nachvollziehen. Schließlich wusste er ja vor der Saison, welchen Kader er zur Verfügung hat." Der zweite Vorsitzende befindet sich noch bis morgen im Ausland, nach seiner Rückkehr will der Vorstand über einen Nachfolger für Groß beraten. In dieser Woche wird der Spielausschussvorsitzende des VfB, Otmar Hesslinger, das Training leiten. Ob er auch beim Spiel am Samstag um 16 Uhr beim Tabellen-Vorletzten Reimsbach auf der Bank sitzen wird, ist derzeit noch offen.

Hesslinger ist übrigens der sechste Übungsleiter der Hüttenstädter seit dem Aufstieg in die Saarlandliga 2009. In der ersten Saison gab es mit Michael Krätzer, Jörg Reimsbach und Bertram Basenach drei Trainer binnen sechs Monaten. Danach war Ralf König von Januar 2010 bis zum Sommer dieses Jahres im Amt. Es folgte Groß, der nun von Hesslinger abgelöst wurde.