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Kommunion
Goldene Kommunion im Doppelpack

Auch sie waren ein Doppeljahrgang: Die Mädchen der Jahrgänge 1930 und 1931 holten ihre Erstkommunion (1940) bei einer Feier 1941 in Pachten nach (siehe Hintergrund).
Auch sie waren ein Doppeljahrgang: Die Mädchen der Jahrgänge 1930 und 1931 holten ihre Erstkommunion (1940) bei einer Feier 1941 in Pachten nach (siehe Hintergrund). FOTO: privat/repro Künkeler
Dillingen. Vor 50 Jahren platzte der Saardom in Dillingen aus allen Nähten: 174 Kinder traten damals als Doppeljahrgang zur Erstkommunion an. Einige von ihnen treffen sich nun wieder. Von Axel Künkeler

Das Jahr 1968 ist untrennbar verbunden mit den damaligen Studenten-Unruhen. Ebenfalls 50 Jahre zurück liegt aber auch ein regionales Ereignis mit besonderem Stellenwert. Im selben Jahr feierten nämlich gleich zwei Jahrgänge gemeinsam das Fest der ersten Heiligen Kommunion. Das hat einen bildungspolitischen Hintergrund: 1964 hatten die Bundesländer im sogenannten „Hamburger Abkommen“ beschlossen, den Schuljahres-Beginn deutschlandweit zu vereinheitlichen. Für das Saarland bedeutete dies eine Verschiebung von Ostern auf den ersten Tag nach den Sommerferien. Zur Umsetzung gab es zwei Kurzschuljahrgänge: vom 1. April bis 30. November 1966 und vom 1. Dezember 1966 bis 31. Juli 1967. Daraufhin empfahl das Bistum Trier, den Kindern der Jahrgänge 1959 und 1960 am Weißen Sonntag des Jahres 1968 gleichzeitig die Erstkommunion zu geben. Die einzelnen Pfarreien waren jedoch frei in ihrer Entscheidung, weiß Dechant Patrik Schmidt von der Dillinger Pfarreien-Gemeinschaft.


Der 57-jährige Wolfgang Birk kann sich noch gut erinnern: „Mit 173 anderen Kindern bin ich am 21. April zur ersten Kommunion gegangenen.“ Die Zeremonie der Pfarrei Hl. Sakrament begann mit einem feierlichen Umzug vom Schulhof der Odilienschule durch die Nordallee und Saarstraße zum Saardom. „Klassenweise wurden wir aufgestellt, dann begleiteten die Lehrer unsere Prozession“, erzählt Birk. „Es war ein superheißer Frühlingstag, wir kamen in unseren Kommunionskleidern ordentlich ins Schwitzen.“ Für den Gottesdienst mit Pastor Arthur Nicolas gab es Eintrittskarten. Nur die Eltern und Paten waren zugelassen. Trotzdem mussten zusätzliche Holzbänke in der größten Dillinger Kirche aufgestellt werden, damit der Platz für die rund 850 Personen reichte.

Aber auch in St. Maximin Pachten (124 Kinder), St. Johann (58) und Maria Trost (41) wurde gemeinsam gefeiert. Lediglich in der Dieffler Gemeinde St. Josef (66) war es nur der Jahrgang 1960, die 59er waren bereits im Sommer 1967 zur Erstkommunion gegangen. Dennoch lag die Zahl von 463 Erstkommunion-Kindern in ganz Dillingen um gut ein Drittel über den üblichen Zahlen der sechziger Jahre. „Und 2018 haben wir gerade mal 80 Kinder in den fünf Dillinger Pfarreien zusammen“, klagt der Pachtener Pastor Schmidt, der seit 2012 als Dechant der Pfarreien-Gemeinschaft fungiert. Kommunionfeiern gebe es in diesem Jahr daher nur in den Kirchen Hl. Sakrament, St. Maximin und St. Josef.



Am Samstag, 21. April, feiert der Doppeljahrgang 1968 nun seine Goldene Kommunion. Dazu veranstaltet das Pfarramt Heilig Sakrament eine Feier in der Vorabendmesse um 17 Uhr. Im Anschluss findet eine private Feier im Gasthaus „Zur Flotte“ statt. Da im Gemeinde-Register nur die Namen, aber keine Adressen verzeichnet sind, bittet Wolfgang Birk die damaligen Erstkommunikanten aus Heilig Sakrament, sich unter der E-Mail-Adresse kommunion-1968@web.de anzumelden.

Gefeiert wird auch in anderen Dillinger Pfarreien. In Diefflen bereits in der Vorabendmesse zum Weißen Sonntag am Samstag, 7. April, um 18.30 Uhr. In Pachten wird dagegen auf den Tag genau am 21. April in der Messe um 18 Uhr die Goldene Kommunion gefeiert. Anschließend gehen die Jubilare zum „Oskar“ ins Gasthaus Hauch-Knopp.

In St. Johann ist der Gottesdienst am Sonntag, 22. April, um 10 Uhr, danach wollen sich die Jahrgänge gemeinsam zum Mittagessen treffen.

Am 21. April feiert im Saardom der Doppeljahrgang von 1968 Goldene Kommunion.
Am 21. April feiert im Saardom der Doppeljahrgang von 1968 Goldene Kommunion. FOTO: Thomas Seeber