Generelles Gesetz gilt: Je kälter, desto Glühwein

Generelles Gesetz gilt: Je kälter, desto Glühwein

Ob rot oder weiß, in Saarlouis oder Dillingen - bei Minusgraden und Sonnenschein läuft der Ausschank von Glühwein auf Hochtouren. Das Getränk ist auf den Weihnachtsmärkten so unverzichtbar wie Buden.

Martin Wahrheit in der Dillinger Almhütte Fotos: Sara Lonsdorfer.
Catherine Martin mit einem Glühwein in Dillingen.

Trotz Weihnachtseinkäufen und Plätzchenbacken haben die Saarlouiser und Dillinger Zeit und Muße zum Glühweintrinken. Mit Schuss oder ohne, ob Kirsche, rot oder weiß - der heiße Würzwein ist und bleibt beliebt.

Zwischen sieben verschiedenen Glühweinsorten können sich die Weihnachtsmarktbesucher in Saarlouis entscheiden. Am beliebtesten sei neben Kirsch-, Johannisbeer- oder Apfel-Zimtglühwein jedoch der klassische Rote, sagt Weihnachtsmarktbetreiber Mike Spangenberger. Seit sechs Jahren betreibt er die zwei Glühweinstände auf dem Saarlouiser Weihnachtsmarkt. "Dieses Jahr ist besonders viel los", sagt er. Das läge auch am kalten, trockenen Klima, das Lust mache auf Glühwein. Vor allem am Wochenende sei um den 30 Quadratmeter großen Stand viel Betrieb. Dann arbeite das Spangenberger-Team schon mal zu zwölft.

Benny Knitter arbeitet jeden Tag am Weinausschank und kennt die alkoholischen Vorlieben der Marktbesucher. "Die Meisten trinken roten Glühwein und wollen nichts Neues ausprobieren", sagt Knitter. Dabei gäbe es neben den Weinsorten auch heißen Kakao mit Amaretto oder Baileys. "Sehr beliebt ist aber auch der weiße Glühwein - vor allem bei den Frauen", erzählt Knitter. Oder auch Heißer Hugo: Heißer Weißwein mit Crémant und Holunderblütensirup. Ein Renner sei auch die Zipfelmütze: Ein Shot aus Kirschglühwein, Amaretto und Sahnehaube.

Der Saarlouiser hat die Qual der Wahl noch bis zum Heiligen Morgen. Dann erwartet das Glühweinteam den Besucherrekord.

Auch in der Dillinger Almhütte herrscht Weihnachts- und Glühweinstimmung. Die Auswahl fällt hier wesentlich einfacher: Es gibt hier nur den klassischen roten Glühwein, gewürzt mit Sternanis, Nelken, Zimt und Zitronenschale. Für mehr Varietät fehle der Platz, sagt Martin Wahrheit. "Die Bar ist einfach zu klein. Außerdem biete ich den Kunden lieber Qualität statt Quantität", meint der Pächter. Diese garantiere er für den norddeutschen Küstenglühwein, den er ausschenkt. Aus 30-Liter-Fässern wird dieser mit einem Durchlauferhitzer auf 85 Grad erwärmt.

Bei besonderen Veranstaltungen wie den Konzerten auf der Kulturbühne, verkauft Wahrheit etwa 60 Liter des Würzweins. Gut besucht seien auch die After-Work-Partys. "Dann geht hier Aprés-Ski-Stimmung ab", sagt Wahrheit. Bei den etwa 200 Gästen pro Tag sei aber auch Bier sehr beliebt. "Wir verkaufen genauso viel Bier wie Glühwein", sagt Martin Wahrheit. Wobei es auch auf das Wetter ankäme. Generell gelte das Gesetz: Je kälter, umso mehr Glühwein. Unbedingt jedoch im Dezember. "Auch wenn es im Januar viel kälter ist als im Dezember, verkauft sich kein Glühwein mehr", sagt Wahrheit.

Auch Catherine Martin aus Saarlouis stimmt ihm zu: "In einer Kneipe würde ich mir niemals Glühwein bestellen. Der gehört einfach auf den Weihnachtsmarkt oder in eine Hütte."