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Gekommen, um zu bleiben

Thomas Hofer, Spielertrainer des FV Diefflen, geht optimistisch in die Oberliga-Runde. Der Aufsteiger habe sich gut verstärkt und viel dazugelernt.
Thomas Hofer, Spielertrainer des FV Diefflen, geht optimistisch in die Oberliga-Runde. Der Aufsteiger habe sich gut verstärkt und viel dazugelernt. FOTO: Thiel
Diefflen. Nach einjähriger Abstinenz ist der FV Diefflen in die Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zurückgekehrt. Vor dem ersten Saisonspiel am Samstag um 16 Uhr in Jägersburg sprach SZ-Mitarbeiter mit FV-Spielertrainer Thomas Hofer. Philipp Semmler

Herr Hofer, der FV spielt diese Saison zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. In der ersten Spielzeit 2014/15 sind Sie mit Ihrem Team als Aufsteiger gleich wieder abgestiegen. Wird das dieses Mal anders?


Thomas Hofer: Ich bin guter Dinge, dass wir die Klasse halten werden. Wir sind besser aufgestellt als bei unserem ersten Oberliga-Gastspiel vor zwei Jahren. Wir haben einen besseren und ausgeglichener besetzten Kader als damals. Zudem werden uns sicher die Erfahrungen helfen, die wir in unserer ersten Spielzeit in dieser Klasse gesammelt haben. Unser Ziel ist ganz klar der Ligaverbleib.

Die Vorbereitung lief aber nicht ganz nach Ihren Wünschen. Warum war das so?

Hofer: Das Problem war, dass immer wieder Leute verletzungsbedingt ausgefallen sind. Manchmal hatte ich nur 13 oder 14 Spieler im Training. Die hohe Belastung dieser Akteure hat dann stellenweise auch dazu geführt, dass wir in dem einen oder anderen Testspiel Probleme mit der Kraft hatten.

Sind die verletzten Spieler mittlerweile alle wieder an Bord?



Hofer: Nein, leider nicht. Fünf Spieler werden auf jeden Fall ausfallen. Arthur Mielczarek muss wegen einer Schambeinverletzung passen. Toni Jakic wegen Adduktoren-Problemen, Dominik Schmitz mit einem Außenbandriss, sowie Carsten Roth und Neuzugang Fabio Groß, die sich beide Knie-Operationen unterziehen mussten. Zudem ist Dominic Selvaggio noch angeschlagen. Er hat sich bei der 2:3-Testspielniederlage gegen Eintracht Trier am Samstag eine starke Prellung zugezogen. Ich hoffe aber, dass er spielen kann.

Wann rechnen Sie denn mit einer Rückkehr der Verletzten?

Hofer: Ich hoffe, dass im September fast alle wieder an Bord sind. Jakic und Mielczarek sind bereits wieder im Lauftraining. Schmitz wird nächste Woche ins Lauftraining einsteigen. Groß braucht wohl noch vier Wochen. Bei Roth ist noch nicht abzusehen, wie lange es dauern wird, da er eine Entzündung im Knie hat.

Sie haben vor der Runde etliche neue Spieler geholt. Wer darf sich denn von diesen am morgigen Samstag in Jägersburg Chancen auf einen Einsatz von Beginn an ausrechnen?

Hofer (lacht): Das werde ich erst am Samstag verraten. Aber ich denke mal, dass Michael Frisch gute Chancen hat, von Beginn an auf der Sechs oder in der Innenverteidigung aufzulaufen. Auch Kevin Folz und Lukas Feka dürfen sich Hoffnungen machen, von Beginn an dabei zu sein. Folz kann auf der rechten Seite spielen, Feka im Offensivbereich. Aber auch der aus Luxemburg gekommene Yacine Baizidi hat bislang einen guten Eindruck hinterlassen. Er muss aber noch etwas ruhiger werden. Alpcan Ömeroglu, der von Röchling Völklingen zu uns gekommen ist, hat ja dort und bei Borussia Neunkirchen gezeigt, dass er Oberliga spielen kann. Er war aber zuletzt länger verletzt, ihm fehlt noch ein klein wenig die Fitness.

Die beiden neuen Torhüter Francesco Migliara von der U19 von Eintracht Trier und Moritz Bohnenberger von der U19 des 1. FC Saarbrücken werden aber wohl nicht von Beginn an auflaufen?

Hofer: Ich denke, dass ich nicht zu viel verrate, wenn ich sage, dass Enver Marina in Jägersburg im Tor stehen wird. Migliara wird aber im Kader sein. Bohnenberger ist Jahrgang 1999 und deshalb erst ab Januar 2017 spielberechtigt.

Mit welchen Erwartungen fahren Sie nach Jägersburg? Wären Sie mit einem Punkt zufrieden?

Hofer: Als Aufsteiger in die Oberliga sollte man prinzipiell auswärts mit einem Zähler zufrieden sein. Wir wissen, was in Jägersburg auf uns zukommt. Sie sind enorm stark in den Zweikämpfen. Wir werden ganz schwer arbeiten müssen, um dort etwas mitzunehmen. Der 4:1-Erfolg des FSV im letzten Testspiel am Freitag gegen den FC Wiesbach hat ja gezeigt, dass er eine gute Truppe hat.

Eine Woche nach der Partie in Jägersburg bestreitet Ihre Mannschaft das erste Heimspiel gegen Arminia Ludwigshafen im Dillinger Parkstadion. Warum zieht Ihre Mannschaft dorthin um? Und wie oft wird der FV dort zu Gast sein?

Hofer: Die Idee, in Dillingen zu spielen, kam von unserem Sportvorstand Ralf Jung. Ziel des Umzuges ist es, neues Publikum aus dem Umland zu gewinnen. Als Ralf mit der Idee auf mich zugekommen ist, habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, ob das gut für uns ist - und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es Sinn macht. Wir trainieren im Sommer oft in Dillingen und fühlen uns dort wohl. Im Parkstadion gibt es einen top gepflegten Rasen, auf dem es einfach richtig Spaß macht zu kicken. Derzeit ist geplant, die ersten vier Heimspiele gegen Ludwigshafen, Wiesbach, Pfeddersheim und Völklingen dort auszutragen. Danach geht es wieder nach Diefflen.

Sie stehen in ihrem Beruf als Lehrer ja normalerweise vor den Schulbänken. In der vergangenen Woche saßen sie allerdings in Karlsruhe auf der Schulbank - und das, obwohl Ferien sind. Wie kam es dazu?

Hofer: Ich mache dort gerade meine Uefa-B-Trainer-Lizenz. Ich muss drei Mal für jeweils eine Woche dorthin. Jetzt noch einmal im August und dann zum letzten Mal Ende September. Anfang Oktober sind dann die Prüfungen. Dieser Lehrgang bringt mich weiter und gibt mir neue Impulse, die ich versuche, direkt im Training umzusetzen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Zu- und Abgänge des FV Diefflen: Zugänge: Michael Fritsch (FC Hertha Wiesbach), Fabio Groß (FV Siersburg), Kevin Folz (FSV Hemmersdorf), Lukas Feka, Alpcan Ömeroglu (beide SV Röchling Völklingen), Francesco Migliara (U19 Eintracht Trier ), Yacine Baizidi (FC Mondercange, Luxemburg), Moritz Bohnenberger (U19 1. FC Saarbrücken ). Abgänge: Armend Haliti (SV Saar 05 Saarbrücken), Roland Bettinger (SG Saarlouis-Beaumarais), Joshua Betzholz (VfB Dillingen), Patrick Fouquet (pausiert), Frederick Kolodziej (FV Püttlingen), Tsukasa Kitano (Rot-Weiß Hadamar, Hessen), Marko Kaucher (SF Saarfels). sem

Enver Marina wird am Samstag gegen Jägersburg im Dieffler Tor stehen. Das hat Trainer Thomas Hofer bereits verraten. Foto: Wieck
Enver Marina wird am Samstag gegen Jägersburg im Dieffler Tor stehen. Das hat Trainer Thomas Hofer bereits verraten. Foto: Wieck FOTO: Wieck