Gefiederte Vielfalt

Saarlouis/Dillingen. Kleins Fotos von Geiern auf dem Saargau, die während eines Ausflugs vermutlich aus den Pyrenäen wegen eines Gewitters Rast machten, erregten im ganzen Saarland Staunen. Fachleute freuten sich auch über Bilder von schmucken Tüpfelrallen, von denen zwei auf der Insel im Dillinger Ökosee und zwei im Lisdorfer Biotop Station machten

Saarlouis/Dillingen. Kleins Fotos von Geiern auf dem Saargau, die während eines Ausflugs vermutlich aus den Pyrenäen wegen eines Gewitters Rast machten, erregten im ganzen Saarland Staunen. Fachleute freuten sich auch über Bilder von schmucken Tüpfelrallen, von denen zwei auf der Insel im Dillinger Ökosee und zwei im Lisdorfer Biotop Station machten. Besonders erfolgreich waren Klein, der Altmeister der Saar-Ornithologen, Lothar Hayo mit den Studenten Fabian Feß und Sebastian Kiepsch bei der systematischen Vogelberingung der Vogelstation im Ikea-Biotop in Lisdorf. An 80 Tagen beringten und bestimmten sie rund 8000 Vögel in 72 Arten. Am häufigsten begegneten dort der Teichrohrsänger (2681 Exemplare), die Mönchsgrasmücke (779) und die Rotkehlchen (516). Immerhin zwölf Exemplare des Vogels des Jahres, des Eisvogels, gingen den Ornithologen ins Netz. Besonders wertvoll waren zwei Erstnachweise für das Saarland: Seggenrohrsänger und ein Sprosser. Sprosser sind die osteuropäischen Verwandten der Nachtigallen. Sprosser fliegen aus ihrer Heimat eigentlich über die arabische Halbinsel nach Afrika. Klein: "Aus unbekannten Gründen fliegen manche aber mit den Nachtigallen auf der westlichen Route zum Ziel." Die Tierart ist schwer zu bestimmen, und das auch nur, wenn sie der Ornithologe in der Hand hält. Vögel mit Namen wie Taigazilpzalp gingen in Lisdorf ins Netz. Typisch auch: Vom Rohrschwirl wurden bis 2009 im ganzen Saarland überhaupt nur sieben Exemplare gezählt. Aber 2009 beringten Klein und sein Team in Lisdorf allein neun. Alle diese Vögel, oft nur um die 20 Gramm schwer, sind Singvögel, die in Lisdorf Rast beim Zug in den Süden und auf der Heimkehr machen. 150 der in diesem Jahr identifizierten Vögel trugen Ringe, die sie in den Vorjahren in Lisdorf bekommen hatten. Andere hatten Ringe von Vogelstationen in Stockholm, Arnheim, Hiddensee, Riga, Brüssel oder auch Madrid. Auffällig in diesem Jahr, sagt Klein: Der harte Winter hatte den Brutpaarbestand extrem dezimiert. Doch die überlebenden Vogelpaare hatten oft zwei bis drei Bruten - jetzt ist der Bestand wieder fast normal. Rolf Klein gehört dem Naturschutzbund Nabu und dem Ornithologischen Beobachterring Saar (OBS) an.