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Fußball-Oberliga
Neumeier bleibt noch ganz cool

Zum Auftakt gegen Emmelshausen war Marius Neumeier noch einer der Torschützen. Nun ist die Erfahrung von Dillingens Abwehrchef gefordert.
Zum Auftakt gegen Emmelshausen war Marius Neumeier noch einer der Torschützen. Nun ist die Erfahrung von Dillingens Abwehrchef gefordert. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
Dillingen. Aufsteiger VfB Dillingen hat in der Oberliga zuletzt fünf Niederlagen in Serie kassiert. Am Sonntag wartet mit Regionalliga-Absteiger TSV Schott Mainz der nächste harte Brocken. VfB-Kapitän Marius Neumeier ist dennoch zuversichtlich. Von Philipp Semmler

Marius Neumeier ist der Spieler mit der größten Oberliga-Erfahrung im Kader des Aufsteigers VfB Dillingen. 143 Mal lief er bislang in dieser Liga auf. Kein Wunder also, dass Neumeier als Abwehrchef zu den wichtigsten Spielern des Clubs zählt. „Natürlich versuche ich, meine Erfahrung an die Jüngeren weiterzugeben“, erklärt der 28-Jährige. „Vor allem bei vielen Gesprächen.“


Dabei wollte Neumeier eigentlich im Sommer 2017 kürzer treten und nicht mehr in der Oberliga spielen. „Ich befinde mich in der Endphase meines Referendariats, deshalb wollte ich in die Saarlandliga“, verrät der aus Schwalbach stammende und in Saarbrücken lebende Defensiv-Akteur. Aus diesem Grund wechselte Neumeier vor der vergangenen Runde vom FC Hertha Wiesbach nach Dillingen. Doch dann stieg er mit dem VfB in die Oberliga auf. „Als ich mit dem Verein im Frühjahr die Vertragsverlängerung gemacht habe, gingen wir noch davon aus, dass wir in der Saarlandliga bleiben“, berichtet der 28-Jährige lachend. Aber dann setzte der VfB zu einer Aufholjagd an, an deren Ende der Aufstieg stand.

Neumeier ist somit doch wieder in der Oberliga gelandet. „Der Verein ist sehr kooperativ gewesen. Es ist für mich auch möglich, mal eine Trainingseinheit zu verpassen, wenn es zeitlich nicht geht. Deshalb habe ich mich entschieden, auch nach dem Aufstieg zu bleiben“, sagt Neumeier.



Nun ist der Abwehrchef aber gefordert. Denn nachdem der Start in die neue Spielklasse mit einem 3:0-Sieg gegen den TSV Emmelshausen perfekt war, holte der VfB seitdem keinen einzigen Punkt mehr. Zuletzt gab es die bittere 2:5-Pleite im Lokalduell beim FV Diefflen. „Das Derby ging voll in die Hose. Da waren wir kollektiv schlecht“, ärgert sich Neumeier. „Aber in den anderen Partien waren wir spielerisch und taktisch oft ebenbürtig. Da haben wir lediglich kleine Fehler gemacht, die in der Oberliga halt bestraft werden.“

Neumeier lässt sich – auch dank seiner Erfahrung in dieser Spielklasse – nicht aus der Ruhe bringen. Vor dem Heimspiel an diesem Sonntag um 15 Uhr gegen den TSV Schott Mainz sagt er: „Es macht doch keinen Sinn, vor dem siebten Spieltag zu sagen, wir schaffen den Klassenverbleib nicht. Vor allem, weil wir noch nie an die Wand gespielt wurden. Wenn es uns gelingt, die kleinen Fehler abzustellen, können wir in der Liga drin bleiben.“

Der Abwehrchef hofft, dass gerade die jüngeren Spieler noch lernen, mit kleineren Rückschlägen umzugehen. Ein Beispiel: „Wenn sie mal einen Zweikampf verlieren oder einen Fehlpass spielen, kommt es vor, dass sie für kurze Zeit ihre eigentliche Aufgabe vergessen, weil sie komplett mit dem Fehler beschäftigt sind“, erklärt Neumeier. „Das darf dir in der Oberliga nicht passieren.“

Dillingens Lokalrivale, der FV Diefflen, ist an diesem Samstag in der Oberliga zum Derby bei Hertha Wiesbach zu Gast. Spielertrainer Thomas Hofer, der den Gegner am Mittwoch bei dessen 0:2-Heimniederlage im Nachholspiel gegen Tabellenführer Rot-Weiß Koblenz beobachtete, muss dabei auf zwei Spieler verzichten: Torwart Enver Marina wird wegen einer Rotsperre weiter ausfallen. Neuzugang Fatih Günes zog sich beim Sieg gegen Dillingen bei einem Zusammenstoß mit Jan Basenach eine Platzwunde am Kopf zu und musste genäht werden.

Ob Basenach am Sonntag für den VfB gegen Mainz auflaufen kann, ist noch fraglich. Auch er zog sich eine Platzwunde zu. Weiter sind bei den Hüttenstädtern Blazey Moranski (Wadenverletzung) und Yannik Schetter (Sprunggelenksverletzung) angeschlagen. Zudem wird Mittelfeldspieler Jonas Dostert in den kommenden Monaten fehlen. Der 26-Jährige geht für ein halbes Jahr auf Weltreise. Neuzugang Janosch Scherer hat den VfB derweil bereits wieder ganz verlassen – er wechselte zu Borussia Neunkirchen.