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Fußball-Oberliga
60 Polizisten bewachen Spiel des VfB Dillingen

  Nach tumultartigen Szenen und einem Platzsturm Koblenzer Fans brach der Schiedsrichter das erste Aufeinandertreffen der Teams im Oktober ab.
Nach tumultartigen Szenen und einem Platzsturm Koblenzer Fans brach der Schiedsrichter das erste Aufeinandertreffen der Teams im Oktober ab. FOTO: Oliver Altmaier
Dillingen. Eine Woche früher als der Rest der Saar-Vereine startet der VfB Dillingen ins Oberliga-Jahr. Mit der Neuauflage einer Partie, die für Ärger sorgte.

Die Fußballer der VfB Dillingen sind das erste saarländische Team, das nach der Winterpause ein Pflichtspiel auf dem Feld bestreitet: Um 14 Uhr empfängt der VfB in einer neu angesetzten Partie die TuS Koblenz. Das erste Aufeinandertreffen beider Clubs am 13. Oktober war beim Stand von 2:1 für die Gäste knapp 20 Minuten vor Schluss abgebrochen worden.


Der Grund: Koblenzer Fans waren auf den Platz gelaufen, woraufhin der Unparteiische beide Teams zunächst in die Kabinen bat und später die Begegnung abbrach (wir berichteten mehrfach). Dillingen hoffte danach, die Punkte am „Grünen Tisch zu erhalten“ doch die Spruchkammer des Fußball-Regionalverbandes urteilte anders. Koblenz wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt (plus Verfahrenskosten) – und ein Wiederholungsspiel wurde angesetzt.

Ursprünglich sollte die Partie aus Sicherheitsgründen im Dillinger Parkstadion ausgetragen werden. Doch da machte das Winterwetter einen Strich durch die Rechnung. „Der Platz dort ist nicht bespielbar. Deshalb wird jetzt doch an der Papiermühle gespielt. Die Polizei hat dem Ganzen zugestimmt“, berichtet der VfB-Vorsitzende Frank Schnubel.



Bei den Dillingern hält sich die Vorfreude auf die neu angesetzte Begegnung in Grenzen. „Wir wollten dieses Wiederholungsspiel nicht“, sagt Schnubel. „Aber aufgrund der aktuellen sportlichen Situation können wir die Punkte auch nicht einfach herschenken.“ Mit nur zehn Zählern ist sein Team nämlich Tabellenletzter. Mit einem Sieg gegen die TuS könnte die Mannschaft von Trainer Daniel Kiefer aber immerhin den Rückstand auf den Tabellenvorletzten SC Idar-Oberstein auf zwei Zähler verkürzen.

Viel mehr als mit der sportlichen Situation waren Schnubel und seine Vorstandskollegen aber in den letzten Tagen mit der Ausrichtung des Wiederholungsspiels beschäftigt. Denn dafür gab es einiges zu tun. „Wir haben einen privaten Sicherheitsdienst engagiert sowie ehrenamtliche Ordner. Die Stadt Dillingen hat Zäune und Absperrungen aufgestellt. Zudem mussten wir für zusätzliche Toilettenanlagen sorgen“, berichtet Schnubel.

Was Schnubel besonders ärgert ist, dass sein Club wohl auf vielen der Kosten für diesen Aufwand sitzen bleibt, da er einen Großteil der Einnahmen abgeben muss. „Die Verbansdsregularien sehen vor, dass zwei Drittel der Eintrittsgelder an die TuS Koblenz gehen“, sagt der Vorsitzende. Nach Angaben von Schnubel werden rund um die Partie 60 Polizisten im Einsatz sein. Die Polizei geht davon aus, dass 200 bis 250 Koblenzer Anhänger anreisen.

Vor dem Rückrundenauftakt kann der VfB aber auch positive Nachrichten vermelden: Die schon länger angedachte Vertragsverlängerung mit Trainer Daniel Kiefer ist mittlerweile unter Dach und Fach. Der 24-Jährige hat einen Vertrag für die kommende Runde unterschrieben. „Wir wollen unseren eingeschlagenen Weg, mit jungen Spielern zu arbeiten, weitergehen – und dafür ist Daniel genau der richtige Mann“, sagt Schnubel. Auch die Personalplanungen für die kommende Runde gehen voran. Der Stamm des Teams hat für nächste Saison zugesagt. Unter den Akteuren, die beim VfB bleiben, sind beispielsweise Abwehrchef Marius Neumeier, Innenverteidiger Jan Basenach und Außenbahnspieler Andrej Rupps.

Neben Jannik Theobald und Yannik Schetter (beide als Spielertrainer zum SV Wallerfangen, wir berichteten) wird es bei den Hüttenstädtern aber auch einen weiteren Abgang im Sommer geben. Torhüter Nikolaj Kamenev schließt sich dann Saarlandligist SF Rehlingen-Fremersdorf an. Um die bislang drei Abgänge zu ersetzen, wurde Dillingen schon auf dem Transfermarkt tätig. „Fünf Neuzugänge stehen fest“, erklärt Schnubel. Die Namen verriet der Vorsitzende aber nicht. „Das sollen die abgebenden Vereine tun.“