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Fußball-Oberliga: FV Diefflen ist wieder ins Training eingestiegen

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Corona : Fußballer des FV Diefflen trainieren wieder

Die Fußballer des FV Diefflen haben nach acht Wochen Corona-Zwangspause am Freitag wieder das Teamtraining in Kleingruppen aufgenommen. Dabei hatte das Team von Trainer Thomas Hofer trotz vieler Vorgaben eine Menge Spaß.

„So fühlen sich die Dinger also an.“ Chris Haase, Torjäger des Fußball-Oberligisten FV Diefflen, grinste am Freitagnachmittag übers ganze Gesicht, als er seine schwarz-roten-Fußballschuhe aus einem Turnbeutel holte. Fast exakt acht Wochen lang hatte der 32-Jährige die Treter nicht mehr an den Füßen gehabt. Denn wegen der Corona-Pandemie waren Fußballspiele und Trainings seit Mitte März nicht mehr gestattet.

Im Rahmen der Lockerungen darf seit Montag vergangener Woche der Ball aber wieder zum Training rollen – wenn die Vereine entsprechende Hygienekonzepte umsetzen. Die wichtigsten Punkte: Maximal zwei Fünfergruppen dürfen auf den Platz, der Abstand muss immer gewahrt werden, Körperkontakt darf nicht stattfinden, Duschen und Umkleiden müssen geschlossen bleiben.

Ein passendes Konzept entwickelte auch der FV Diefflen. Nachdem dieses von der Stadt Dillingen abgesegnet wurde, trafen sich die Fußballer des Oberligisten am Freitag im Dillinger Parkstadion zur ersten Übungseinheit.

„Die Freude, dass es wieder losgeht, ist natürlich riesengroß“, erklärte Fabian Poß auf der Tartanbahn, bevor er sich zum Warmmachen aufs Feld begab. „Es ist ja doch was ganz anderes, wenn man mit dem Ball trainiert.“

Während des Verbots von Übungseinheiten auf dem Feld sollten sich die Spieler individuell mit Läufen fit halten. „Ich bin für meine Verhältnisse sogar recht viel gelaufen“, berichtet Poß lachend. „Alleine im April waren es 160 Kilometer.“ Da der 26-Jährige nicht nur Spieler, sondern auch Co-Trainer beim FV ist, musste er natürlich mit gutem Beispiel vorangehen.

Chef-Trainer Thomas Hofer erklärte derweil, wie die erste Übungseinheit nach der Corona-Pause aussehen wird. „In jeder Hälfte darf eine Gruppe mit fünf Spielern trainieren.“ Zehn Akteure durften also maximal gleichzeitig auf dem Feld stehen. Da 20 Akteure trainieren wollten, würde der Kader gesplittet. Die eine Hälfte begann um 17 Uhr mit dem Training, die andere durfte um 19 Uhr den grünen Rasen betreten.

Hofer überlegte sich zahlreiche Übungen, die mit Mindestabstand und ohne Körperkontakt durchgeführt werden können. Herausgekommen war ein buntes Sammelsurium aus Pass-Stationen, Torschusstraining, aber auch Sprint-Einheiten. „Wir wollten einfach mal wieder auf den Platz. Wir werden das Ganze mal zwei Wochen lang mit zwei Einheiten pro Woche durchziehen. Danach werde ich mit der Mannschaft entscheiden, wie es weitergeht“, berichtet der 37-Jährige.

Denn dass der Tabellen-Neunte der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar in der aktuellen Runde noch einmal ein Spiel bestreitet, ist eher unwahrscheinlich. „Mitte dieser Woche will der Regionalverband Südwest entscheiden, wie es weiter geht“, berichtet Diefflens Sportvorstand Andreas Montag. „Es sieht aber wohl nach einem Abbruch der Saison aus.“

Während Montag dies erzählte, fluchte FV-Torwart Enver Marina ein paar Meter weiter bei einer Passübung. „Oh leck, ich kann keinen Ball mehr stoppen“, rief der 43-Jährige lachend. Die lange Trainingspause hatte also doch ein paar Spuren hinterlassen. Doch bereits nach einigen Minuten gewöhnten sich Marina und die anderen Akteure wieder an den Umgang mit dem runden Leder.

Auch Trainer Hofer war schnell wieder in seinem Element. „Da muss ein richtiger Schuss kommen. Ein Kontakt – und dann bämm“, hörte man den 37-Jährigen ein paar Minuten später rufen, während eine der beiden Kleingruppen die Kugel aufs Tor ballerte – wohl nicht mit der vom Trainer gewünschten Geschwindigkeit.

Als die Einheit beendet war, zogen die Spieler ein positives Fazit: „Es war einfach cool, seine Mitspieler und Kumpels wieder mal zu sehen und einen Ball am Fuß zu haben, wenn es auch etwas anders war als sonst“, berichtet Mittelfeldspieler Michael Fritsch. „Rituale, wie die Tasche zu packen, ins Training zu fahren oder auch im Training einfach nur ein bisschen dummes Zeug zu reden, hat einem schon gefehlt“, ergänzt der 31-Jährige. Eine ganz normale Einheit war es für ihn aber dennoch nicht. „Sich zu Hause umzuziehen, sich im Stadion die Hände zu desinfizieren und immer nur in einer Hälfte bleiben zu dürfen, war schon ein bisschen komisch.“

Trainer Hofer attestierte seinen Akteuren nach deren Rückkehr auf den Platz nicht nur viel Engagement, sondern auch einen verantwortungsbewussten Umgang mit der besonderen Situation: „Die Jungs haben die Vorgaben sehr gut umgesetzt und angenommen. Alle haben sich an die Regeln gehalten“, freute sich der 37-Jährige. Sein Abschlussfazit: „Es hat Spaß gemacht – und ich freue mich schon auf die nächste Einheit.“

In der Fußball-Saarlandliga plant der FV Schwalbach wegen der zahlreichen Auflagen keine zeitnahe Wiederaufnahme des Trainings. „Außerdem sind die Plätze noch von der Gemeinde gesperrt“, berichtet der Spielausschuss-Vorsitzende des FV, Mark Steinmetz.