Verein Pro Dillingen : „Freiraum“ für viele neue Ideen in Dillingen

Beim Verein Pro Dillingen dreht sich alles um Nachhaltigkeit. Nun wurden die Vereinsräumlichkeiten mit einem Festakt eröffnet.

Die alten Holzstühle haben einen neuen Anstrich, die quadratischen Tische erinnern an alte Büromöbel und selbst die Zutaten für die Schnittchen auf dem kleinen Buffet wurden ursprünglich für eine andere Gelegenheit gekauft: Nachhaltigkeit – wovon viele und gerne sprechen – am Sonntag lebten die Mitglieder des Vereins Pro Dillingen diesen Gedanken den ersten offiziellen Gästen in den Räumlichkeiten des Vereins vor.

Lediglich die Lampen inklusive der LED Leuchtmittel wurden neu angeschafft: „Dem Gedanken der Nachhaltigkeit folgend“, wie Vorsitzender Joachim Johannes betont. Er freute sich, dass anlässlich der Eröffnung des Freiraums Vertreter fast aller Fraktionen aus dem Stadtrat Dillingen gekommen waren. Überparteilich, „dem Gedanken der Nachhaltigkeit folgend“ und „Dillingen noch ein bisschen lebenswerter machend“, das ist die Intention des vor fast genau einem Jahr gegründeten Vereins.

Die Geschichte der Idee ist bereits zwei Jahre alt, Johannes suchte und fand Mitstreiter, die sich darauf einließen, eben nicht alles festzuschreiben, sondern genügend Freiraum für neue Ideen zu lassen. Mittlerweile, erzählt Johannes, haben sich rund 40 Leute dem Verein angeschlossen, der „Harte Kern“ von zehn Männern und Frauen ist sehr intensiv an der Realisierung der Vereinsidee tätig. „Alles, was bisher passiert ist, die Anmietung der Räume, die wir uns lange überlegt haben, und auch die umfangreiche Renovierung wurden ehrenamtlich gestemmt“, erzählt er. Dabei habe nicht zuletzt die Aktion aus den alten, braunen Holzstühlen freundliche Sitzgelegenheiten für den Freiraum zu schaffen, an einem Samstag die Mitglieder zusammengeschweißt.

Die Räumlichkeiten seien nun bereit, neben den Tischen und Stühlen gibt es eine große Spielecke, ebenfalls mit Dingen bestückt, die sonst vielleicht auf dem Müll gelandet wären. Dort trifft sich inzwischen ein Spielkreis, einmal in der Woche gehören die Tische den Bridge-Spielern. Mit beiden Aktionen freut sich Johannes, hat man die Zielgruppen Kinder und Familien, aber auch die ältere Generation angesprochen. „Kinderarmut, aber auch Vereinsamung im Alter, das sind Themen, die unsere Stadt betreffen, hier wollen wir aktiv werden“. Weitere Angebote im sozialen Bereich können gerne dazukommen, der Verein ist offen für Ideen. „Wir wollen in der Vorweihnachtszeit ein Haarschneiden für sozial Bedürftige anbieten.

Die Idee kommt von einem Gast beim verkaufsoffenen Sonntag“, erklärt er. Nachhaltigkeit vorleben wird beim Verein Pro Dillingen durch das Foodsharing Angebot im vorderen Bereich der Räumlichkeiten ergänzt. „Das läuft auch richtig gut“, sagt der Vorsitzende von Pro Dillingen. „Wir haben uns mit der Tafel abgestimmt, sind keine Konkurrenz. Wir öffnen das Foodsharing erst nach 18 Uhr, wenn alle Kunden bei der Tafel waren, nehmen die Waren auf, die liegengeblieben sind. Damit können wir uns ganz gezielt gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen.“

Am Sonntag gab es Schnittchen mit Wurst, Käse und Hummus, dazu knackige Radieschen und Paprika – allesamt „gerettete Lebensmittel“. Für die kommenden Monate denkt der Verein darüber nach, die Räume am Ausgabetag der Tafel zur Verfügung zu stellen, damit Kinder und Familie die Wartezeit im Trockenen verbringen können.

„Natürlich brauchen wir als Verein auch einige finanzielle Mittel, doch brauchen wir auch Ideen und viele wiederverwertbare Dinge, wie etwa einen Fernseher, der noch funktioniert, stehen auf meiner Wunschliste“, sagt Johannes.

Ein Reparaturcafé, eine neue Saatgutbörse oder einfach nur die lebhafte Kommunikation der Dillinger Bürgerinnen und Bürger – im Stadtzentrum von Dillingen ist Freiraum für viele Ideen.

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