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Kunstausstellung
Françoise Abraham mag’s bunt und üppig

Bunt und üppig sind die Skulpturen der französischen Künstlerin Françoise Abraham.
Bunt und üppig sind die Skulpturen der französischen Künstlerin Françoise Abraham. FOTO: Johannes A. Bodwing
Dillingen. Werke von Françoise Abraham stehen in den USA, Russland, China und Australien – und nun in Dillingen. Von Johannes Bodwing

Bunte Frauenskulpturen mit üppigem Unterkörper sind ein Markenzeichen von Françoise Abraham. Mal chromglänzend, mal mit unterschiedlichsten Farbschattierungen. Werke der 1962 geborenen französischen Künstlerin stehen seit Sonntag in der Stadthalle Dillingen. Die Ausstellung ist Teil drei des diesjährigen „Dillinger Kunstsommers“ von Claus Zöllner in Kooperation mit der Stadt Dillingen.


Abrahams Werke stehen unter anderem in den USA, Russland, China und Australien. Aber mit der Ausstellung in Dillingen sei sie „erstmals in Deutschland“, sagte sie bei der Vernissage mit Bürgermeister Franz-Josef Berg, dem Vizepräsidenten des Saarländischen Landtags Günther Heinrich und zahlreichen Gästen. Neben handlichen Figuren, die auf Kommoden oder in Regale passen, fertigt Abraham Skulpturen von lebensgroß bis zu sechs Meter hoch. Letztere stehen beispielsweise vor einem Einkaufszentrum in China und am Flughafen von Toulouse.

Unabhängig vom Format verleiht Abraham den Figuren aus Glasfaser und Bronze eine beeindruckende Leichtigkeit und Lebensfreude. „Meine Lieblingsthemen sind die zeitgenössische Frau und das Kind.“ Die Kleinsten kommen entdeckungsfreudig und wissbegierig daher. Die Frauen scheinen mit Energie aufgeladen. Beim Shopping, auf dem Weg in den Urlaub oder unterwegs in Paris mit kleinem Hündchen und großer Einkaufstasche.



Als „eine Hommage an die mütter-
liche Frau“ bezeichnete Heinrich in der Laudatio das Schaffen von Françoise Abraham. So wirkt selbst ihre „Frau in Eile“ immer noch graziös, beschwingt und elegant. „Ich spiele gern mit Proportionen“, teilte die Künstlerin mit. Dazu gehören die auffallend kräftigen Oberschenkel und Hüften. Abraham selbst ist von schlanker Gestalt. Sie tanzte seit dem sechsten Lebensjahr, unter anderen an der Pariser Oper. Dies spiegelt sich in den oftmals tänzerisch wirkenden Skulpturen.

Weitere Elemente seien Humor und Fantasie, erklärte Abraham. Das alles in die Skulpturen hineinzubekommen, koste eine Menge Zeit. In ihrer Anfangszeit als Künstlerin habe sie abstrakt gearbeitet, derzeit sei ihr Schaffen eher akademisch. Ihre Gemälde in Acryl und Öl lehnen sich an die klassische Porträt-Malerei an. Aber das könne sich auch wieder ändern, denn „ich will mich nicht langweilen“.

Die Ausstellung mit Werken von Françoise Abraham ist die vierte, die der Wallerfanger Kunstorganisator Claus Zöllner seit 2017 in Dillingen veranstaltet. „So etwas Modernes habe ich bisher nicht ausgestellt.“ Das betreffe sowohl Material als auch Farben. Die Kunstausstellung im oberen Foyer der Dillinger Stadthalle geht noch bis einschließlich Sonntag, 21. Oktober, jeweils Dienstag bis Sonntag, 11 Uhr bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Erstmals stellt Françoise Abraham in Deutschland aus; nach Dillingen holte sie der Wallerfanger Kunstorganisator Claus Zöllner.
Erstmals stellt Françoise Abraham in Deutschland aus; nach Dillingen holte sie der Wallerfanger Kunstorganisator Claus Zöllner. FOTO: Johannes A. Bodwing