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Fotoausstellung
„Flora & Fauna“: Museum Pachten zeigt Fotos von Hans Peter Mathey

Der Fotograf Hans Peter Mathey stellt Motive aus „Flora & Fauna“ im Museum Pachten aus.
Der Fotograf Hans Peter Mathey stellt Motive aus „Flora & Fauna“ im Museum Pachten aus. FOTO: Johannes A. Bodwing
Pachten. Überwiegend große Formate haben die Fotos von Hans Peter Mathey. Das macht die Aufnahmen des gebürtigen Dillingers aus der Natur noch beeindruckender. Von Johannes Bodwing

Nah ran an wilde Tiere, Blüten und fantastische Strukturen aus Wasser holt Hans Peter Mathey die Betrachter seiner Fotos. Groß wie Poster sind die meisten der Motive und auf Leinwand aufgezogen. Am Samstagabend war die Vernissage zu seiner Ausstellung „Flora & Fauna“ im Museum Pachten.


„Es sind Fotos, die von einer großen Liebe zu Tieren erzählen“, sagte Gertrud Schmidt, Vorsitzende des Museums, in ihrer Laudatio. Im Kontrast zur Spannung der Tierbilder stehen malerische Naturbilder. Bei dem eines Waldbachs wirke es so, „als könnte es jeden Augenblick aus der Starre des Momentes erwachen“. „Die waren eher fürs Fotoalbum“, sagte der 1954 in Dillingen geborene Hans Peter Mathey zu seinen früheren Bildern. „Mit kreativer Fotografie hatte das nichts zu tun.“

Der große Wandel kam 2012 mit der Pensionierung. Seit 2016 ist Mathey auch Vorsitzender des ehemaligen Fotoclubs Saarwellingen, heute „Fotoclub 87 Saar“ in Pachten. Zu seiner Fotografie gehört beispielsweise auch, Tropfen beim Auftreffen auf Wasser festzuhalten. Die vielfältigen Formen bleiben dem Menschen aufgrund der Geschwindigkeit verborgen. Mathey macht sie mit Hilfe einer speziellen Apparatur sichtbar. Mal sind das majestätische Kronen, glockenförmige Fontänen und fingerartige Säulen. Durch Glyzerin sieht das aus wie gefrorenes Glas. Um ein solches Motiv einzufangen, „können es schon mal 100 Fotos werden und mehr“.



Wie eine klassische Schwarz-­Weiß-Aufnahme kommen Rinder auf dem Saargau daher. Ein anderes Bild zeigt den Weiher nahe der Konrad-Adenauer-Brücke, im Hintergrund der Limberg, als überzöge Raureif die Bäume. „Das ist Infrarotfotografie“, sagte Mathey vor auf Staffeleien ausgestellten Querformaten. Eine speziell umgerüstete Kamera nehme das für Menschen unsichtbare Licht auf. Dann erscheinen beispielsweise Blätter fast wie verschneit, da Chlorophyll Infrarotlicht stark reflektiert. Als stehe er direkt vor einem Wolfsrudel, wirkt ein anderes Motiv. Aber er sei „gudd weit weg“ gewesen, sagt Mathey. Die Tele-Aufnahme erfolgte mit einer Brennweite von 500 Millimetern im Wildpark Bad Mergentheim. Den Luchs daneben hat er dort bei einer Tierfütterung fotografiert.

„Das da ist mein Lieblingsfoto“, sagte Mathey zum Porträt eines Löwen. Der ist aufgenommen im Dresdner Zoo, als das Licht noch weich war. Mathey macht Fotos „nach Stimmung und Gefühl“ und mit durchdachter Bildgestaltung. Ob dabei ein Star durchs Fenster fotografiert wird oder eine Hummel an Blüten. Passend zum Ausstellungs-Thema „Flora & Fauna“ trugen Matheys Töchter Elke (Gesang) und Gaby (Gitarre) klassische Melodien vor.

Die Fotoarbeiten der Ausstellung „Flora & Fauna“ sind nochmals am Sonntagnachmittag zu sehen, 7. Oktober. Danach wieder von Sonntag, 21. Oktober, bis vor den Weihnachtsferien, jeweils 15 bis 18 Uhr im Pachtener Museum. Der Eintritt ist frei.