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Fischzucht
Jungfische sollen wieder ausgesetzt werden

Der Fischereiverband Saar will auf dem Gelände des ASV Fraulautern eine eigene Fischzuchtanlage installieren, um hier einheimische Fischarten nachzuzüchten, nachdem vor allem die immer hungrigen Kormorane die Bestände in den heimischen Fließgewässern arg dezimiert haben. Armin Burger (vorne rechts) und Tristan Schramm (vorne links) vom EVS entnehmen im Beisein von Bernd Hoen (hinten rechts) und Sebastian Hoffmann (hinten links) eine Wasserprobe, um sie auf ihre Qualität hin zu untersuchen.
Der Fischereiverband Saar will auf dem Gelände des ASV Fraulautern eine eigene Fischzuchtanlage installieren, um hier einheimische Fischarten nachzuzüchten, nachdem vor allem die immer hungrigen Kormorane die Bestände in den heimischen Fließgewässern arg dezimiert haben. Armin Burger (vorne rechts) und Tristan Schramm (vorne links) vom EVS entnehmen im Beisein von Bernd Hoen (hinten rechts) und Sebastian Hoffmann (hinten links) eine Wasserprobe, um sie auf ihre Qualität hin zu untersuchen. FOTO: Ruppenthal
Dillingen/Fraulautern. Gänzlich neue Wege geht der in Dillingen beheimatete Fischereiverband Saar (FVS), um die extremen Verluste im Fischbestand durch Kormorane und Fischreiher auszugleichen. In einer eigenen Zuchtanlage will man Nachwuchs von heimischen Fischarten heranziehen. Von Rolf Ruppenthal

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen an der neuen Fischzuchtanlage des ASV Fraulautern, die der Verband seit Anfang des Jahres angemietet hat. Schon in Kürze soll in den verschiedenen Rundbecken frischer Fisch­laich eingebracht werden, um daraus vor allem junge Bachforellen und Äschen nachzuzüchten. „Da unseren heimischen Gewässer wie Nied, Prims und Blies ebenso wie die Zulaufbäche insbesondere vom nimmersatten Kormoran leer gefischt sind“, erklärt Bernd Hoen, Vizepräsident des Fischereiverbandes Saar, „bleibt uns nichts anderes übrig, als selbst für den entsprechenden Nachschub zu sorgen.“



Insbesondere der Kormoran, inzwischen zahlreich an heimischen Gewässern vertreten, hat keine natürlichen Feinde mehr in unserer Region. Früher wurde er sogar vom Menschen bejagt: So berichten alte Kochbücher noch, wie junge Kormorane und Schwäne schmackhaft zubereitet werden können. Allerdings warnen die Verfasser auch vor dem ungenießbaren zähen Fleisch der Altvögel.

„Unser Ziel ist es, aus den Eiern heimische Fischarten sieben bis zehn Zentimeter große Jungfische heranzuziehen, um sie danach wieder auszuwildern,“ erklärt Biologe Sebastian Hoffmann vom Fischereiverband. Fachlich unterstützt wird das Projekt von Mark Rosengarten, einem Fischzuchtexperten aus Trassem. Vizepräsident Hoen ist zuversichtlich, dass dieses „Wiedereinbürgerungsprojekt“ einheimischer Fischarten erfolgreich verläuft, auch wenn er befürchtet, dass bei der derzeitigen Übermacht der Kormorane die Aktion zunächst ein Tropfen auf den heißen Stein sein könnte. Den Umgang mit dem Kormoran-Problem soll in Kürze auch mit Umweltminister Reinhold Jost, Experten des Ministeriums und den Fachleuten der heimischen Naturschutzorganisationen beraten werden.

Mit im Boot ist auch der Entsorgungsverband Saar (EVS). Schon seit Jahren besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen dem EVS und dem FVS, wie Hoen versichert. So weilten derzeit auch die Wasserexperten des EVS Armin Burger und Tristan Schramm in Fraulautern, um entsprechende Untersuchungen zur Wasserqualität durchzuführen. Zudem wurden Wasserproben entnommen, um sie im Labor des EVS genauer zu untersuchen.In einem ersten Schritt soll nach dem Vorstellungen des Fischereiverbandes die gesamte Bliesstrecke mit jungen Bachforellen besetzt werden, danach sollen auch die übrigen Bachläufe im Saarland nach und nach folgen.