Firmenlauf in Dillingen bei extremer Hitze

Firmenlauf in Dillingen : Kein Tag für Weltrekorde

Große Hitze und zunehmende Konkurrenz machen dem Firmenlauf zu schaffen – Beim 15. Lauf in Dillingen gingen 5505 Läufer an den Start.

Tausende Läufer im bunten Dress, eine fröhliche Stimmung zwischen Lokschuppen und Hüttenareal, Musikbands und zahlreiche Zuschauer an der Strecke sowie die After-Run-Party im Zielareal machten den 15. Firmenlauf in Dillingen wieder zum großen Sommerfest. Mit 5505 Teilnehmern war die Resonanz jedoch deutlich geringer als erwartet.

Vor wenigen Jahren waren es noch 14 bis 15.000 Läufer, die aus dem gesamten Saarland zum Firmenlauf in die Hüttenstadt kamen. Doch früher hatte Dillingen auch eine Alleinstellung, die Konkurrenz ist inzwischen aber mit Firmenläufen in St. Wendel, Homburg und zweimal in Saarbrücken deutlich gewachsen. „Aber viele kommen wieder zu uns zurück, weil Dillingen das Original ist mit einem einzigartigen Flair“, ist Markus Schramm überzeugt, dass man sich behaupten wird. Wie der Pressesprecher des Veranstalters „Infront B2Run“ lässt sich Franz-Josef Berg ebenfalls nicht die gute Laune verderben: „Wir waren die Ersten und sind immer noch die Größten“, strahlt der Dillinger Bürgermeister mit der Sonne um die Wette. Es sei ein toller Jubiläums-Lauf, freut sich Berg über die zahlreichen Zuschauer und begeisterten Läufer.

Davon gab es am Ende des Tages dann aber doch deutlich weniger als im Vorfeld erwartet. Statt der über 9000 Voranmeldungen aus über 500 Unternehmen verzeichnen die offiziellen Ergebnislisten 5505 Finisher. Die Quecksilbersäule stieg zum Start um 18 Uhr wieder auf über 30 Grad Celsius. Temperaturen, bei denen es wohl viele vorzogen, den Abend im Biergarten oder am Badesee zu verbringen.

Nicht am Start war auch Vorjahressieger Tobias Blum, allerdings verletzungsbedingt. Er ließ es sich aber kurz nach einer Knie-OP nicht nehmen, persönlich zu erscheinen. „Viel trinken, eine Kopfbedeckung tragen und den Schatten suchen“, riet der derzeit beste Langstrecken-Läufer des Landes. Im Herbst will er beim Frankfurt-Marathon starten, hofft sich für Olympia 2020 in Tokio zu qualifizieren.

„Es war sauwarm“, meinte Frauen-Siegerin Ann-Cathrine Jülch im Ziel, „aber die Duschen haben geholfen“. Nach 20:10 Minuten durchlief Jülch die Ziellinie in der Friedrich-Ebert-Straße, knapp vor Marion Stras (20:19). Als Läuferinnen des LAZ Saarbrücken und von LTF Theeltal sind die Beiden in der saarländischen Laufszene bestens bekannt.

Ebenso wie die drei schnellsten Männer Florian Lauck, Daniel Rhodes und Christopher Klesen, die als Leichtathleten für die LSG Saarbrücken-Sulzbachtal beziehungsweise DJK Dudweiler an den Start gehen. „Wir kennen uns daher ganz gut“, sagte Florian, und so beschlossen die Drei: „Wir laufen gemeinsam ins Ziel“. Der Einlauf des Trios Hand-in-Hand wurde vom Publikum mit viel Beifall bedacht und auch vom Veranstalter honoriert. Nicht nur der in der Ergebnisliste in 16:41 Minuten eine Sekunde vor den beiden anderen als Sieger geführte Florian Lauck, auch Daniel Rhodes und Christopher Klesen wurden zum Finale der Firmenlaufserie nach Köln eingeladen.

Beim 15. Dillinger Firmenlauf war aber nicht nur die Leichtathletik-Szene vertreten, vielmehr dominierten die Hobby-Läufer aus Unternehmen und Organisationen, Behörden und Schulen. Darunter etwa 20 Schüler und ein paar Lehrer vom Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasium (TWG) Dillingen, berichtet Nicklas Theobald. Der 17-Jährige aus Düppenweiler lief zum ersten Mal mit, fand den 5,3 Kilometer langen Lauf „bei der Hitze anspruchsvoll“. Sein Ziel, unter 25 Minuten hat er trotzdem geschafft: In 22:38 Minuten wird er auf Platz 263 der 3284 Männer geführt. Der Letzte brauchte 50 Minuten länger: 1:13:18 Stunde stehen für Oliver Sauer zu Buche. Drei Minuten zuvor waren bereits Heike Krämer, Sabine Maas und Samantha Löw vom Pro Inklusionsschaukel e.V. als Schluss-Trio des 2221-köpfigen Frauenfeldes im Ziel.

Und allen merkte man an, es war „ein echt cooler Lauf“ mit etlichen Musikbands und Wasser-Duschen entlang der Strecke. Nicht nur die vom Veranstalter eigens aufgestellten Duschen sorgten für Erfrischung, sondern auch einige Anwohner mit ihren Wasserschläuchen aus den Vorgärten, erzählt Nicklas Theobald von seiner Firmenlauf-Premiere. Hunderte von Helfern trugen dazu bei, dass auch das Jubiläum des Firmenlaufes reibungslos über die Bühne ging.

Sie liefen gemeinsam ins Ziel: Florian Lauck, Daniel Rhodes und Christopher Klesen (von rechts). Foto: Axel Künkeler

„Für uns war es ein normales Geschäft“, berichtet der Einsatzleiter des DRK Dillingen, Nicola Lehberger. Ein paar Erschöpfungszustände, nichts Dramatisches „wie in all den 15 Jahren“. Mit Unterstützung der DLRG Dillingen war das DRK allein mit 61 Helfern vor Ort. Offenbar waren die Läufer gut vorbereitet, freute sich Lehberger. Den Rat von Tobias Blum, viel zu trinken, hatten sie wohl weitgehend beherzigt.