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Feuerwehrserie: Die FF Dillingen

Hilfsdienste in der Region : Dillingens Wehr hat eine Fee und viele Mäuse

In einer Serie stellen wir die Hilfsdienste im Kreis Saarlouis vor. Heute: die Feuerwehr Dillingen.

„An mehr als jedem zweiten Tag haben wir in Dillingen einen Feuerwehr-Einsatz“, erzählt Wehrführer Raimund Grandmontage und sieht sich durch die Kommune gut unterstützt. Zum einen sei die Wehr mit ihren beiden Löschbezirken in der Innenstadt und in Diefflen technisch auf der Höhe und werde von der Verwaltung insofern unterstützt, als sich eine feste Basismannschaft aus der Verwaltung heraus organisiere. „Wir haben neun Feuerwehrangehörige, die im Rathaus, im Bauhof oder bei den Stadtwerken arbeiten und im Alarmfall direkt kommen können. Damit können wir die Kleinsteinsätze wie Ölspuren und Türöffnungen erledigen, ohne weitere Ehrenamtliche heranziehen zu müssen“, sagt Grandmontagne.

Der 60-Jährige steht der Dillinger Feuerwehr seit 2004 vor, eingetreten ist er 1974. Der Hausmeister der Grundschule ist einer derer, die in Diensten der Stadt arbeiten und einen kurzen Weg zum Feuerwehrhaus haben. „Natürlich müssen wir unsere Aufgaben im Hauptjob erledigen und nacharbeiten, es ist aber nicht so, dass wir für eine Einsatzstunde eine Stunde Arbeitszeit abgezogen bekommen. Die Verwaltung kommt uns sehr entgegen.“ Ohne diese Kulanz-Regelung wäre die Feuerwehrarbeit auch schwer zu stemmen.

Mit 249 Einsätzen im Jahr gibt es ganz schön viel zu tun. 84 Feuerwehr-Angehörige schultern das. 59 in der Innenstadt-Wache und 25 in Diefflen. Nachwuchssorgen hat man kaum, das liegt an der starken Jugendwehr, die in zwei Altersgruppen 31 Mitglieder hat. Und weil man wisse, wie wertvoll die Jugendarbeit für die Nachwuchs-Gewinnung ist, sei man in Dillingen Wegbereiter für die Kinderfeuerwehr gewesen und habe als erste Feuerwehr im Saarland eine „Vorgruppe“ gegründet: die Löschmäuse für Kinder von sechs bis acht Jahren. Jennifer Lallemand kümmere sich liebevoll um die Kleinsten und stelle sicher, dass man schon im Grundschul-Alter Kinder für die Feuerwehr begeistere.

„Durch die Pandemie war 2020 ein schwieriges Jahr. Durch die Kontaktbeschränkungen fallen Ausbildungs-Abende aus, die aber wichtig wären, um fit zu bleiben. Außerdem fehlen uns alle sozialen Kontakte, was sich bei den Kindern ganz besonders bemerkbar macht“, sagt Grandmontagne.

Der Wehrführer hat aber auch Positives zu vermelden: „Wir haben eine hochmoderne Drehleiter angeschafft. Die durften wir zwar noch nicht öffentlich einweihen, sie wurde aber schon gesegnet und wird im Einsatz genutzt. In der Innenstadtwache haben wir neue Räume bezogen, Büros, Schulungsräume und sanitäre Anlagen sind top“, lobt der Feuerwehrchef. Auch hier gab es noch keine Einweihung. 2021 soll das alles nachgeholt werden.

Der Blick in die Zukunft fällt entsprechend positiv aus. „Technisch und personell sehr gut aufgestellt“ habe man gute Chancen, als Freiwillige Wehr leistungsfähig zu bleiben. Zusammen mit seinem Stellvertreter Michael Kilz werde er auch weiterhin im Amt bleiben. Personelle Veränderungen stünden nicht an.

Ein Lob schickt Grandmontagne ins Rathaus. Elke Wallerich sei als Sachbearbeiterin für die Feuerwehr die „gute Fee der Wehr“.

Alle Teile der Serie finden Sie unter

www.saarbruecker-zeitung.de/hilfsdienste-im-kreis-sls