Fahrdienst bringt Senioren ins Geschäft

Fahrdienst bringt Senioren ins Geschäft

Ensdorf. "Das Projekt soll auch die sozialen Kontakte zur Außenwelt ermöglichen", erklärt Bürgermeister Hartwin Faust den neuen Ensdorfer Fahrservice, auch als "ein Mittel gegen die Vereinsamung". Das sei der wesentliche Unterschied zu Einkaufsdiensten in anderen Kommunen. Den Anstoß zum Einkauf-Shuttleservice gab das Ende eines Einkaufsmarktes im Ensdorfer Zentrum

Ensdorf. "Das Projekt soll auch die sozialen Kontakte zur Außenwelt ermöglichen", erklärt Bürgermeister Hartwin Faust den neuen Ensdorfer Fahrservice, auch als "ein Mittel gegen die Vereinsamung". Das sei der wesentliche Unterschied zu Einkaufsdiensten in anderen Kommunen. Den Anstoß zum Einkauf-Shuttleservice gab das Ende eines Einkaufsmarktes im Ensdorfer Zentrum. Er war für viele ältere Menschen gut erreichbar gewesen. Doch "der hat am 28. Februar geschlossen", bedauert Faust. "Wir standen deshalb ein bisschen unter Zeitdruck."Hilfreich war, dass die Gemeinde ein eigenes City-Mobil hat. Um Fahrer zu finden, wurde ein Aufruf im Nachrichtenblatt veröffentlicht. Darauf meldeten sich acht Ehrenamtliche. Organisiert werde das Ganze über den örtlichen Seniorenclub "Simeon" unter Gerhard Stephany. Dieser miete das Fahrzeug, der Edeka-Markt Ensdorf bezahle die Fahrten. Auch der Bedarf an Einkaufsfahrten wurde erfragt. Bislang hat sich nur ein Bürger gemeldet. Doch das sei kein Problem, so Faust, da es eigentlich keine Kosten gebe durch die ehrenamtlichen Fahrer, die Hilfe des Seniorenvereins und das Sponsoring.

"Ich biete den Dienst für die Ensdorfer Bürger an. Das muss sich dann noch rumsprechen." Denn in Ensdorf leben 611 männliche und 828 weibliche Bürger über 65 Jahre. Wenn die Resonanz zunehme, lasse sich der Fahrservice weiter ausdehnen. Und sollten Änderungen sinnvoll werden, seien auch diese möglich. Die erste Fahrt war am Donnerstag. Vorerst laufe dies vormittags, lasse sich aber auf den Nachmittag ausdehnen. Dafür können Interessenten ihren Wohnort angeben, dort werden sie abgeholt und zurückgebracht. Die Fahrer seien behilflich, um die Lebensmittel ins Haus zu tragen. Doch Faust legt "Wert darauf, dass die Fahrten im Ort bleiben". Denn man wolle die eigenen Bürger und Geschäfte unterstützen und damit die Ensdorfer Interessen.

Wer als Ensdorfer Senior den neuen Einkaufsdienst nutzen will, kann sich im Rathaus melden, bei Frau Schumacher, Telefon (0 68 31) 5 04-1 15.

Meinung

Senioren bleiben mobil

Von SZ-RedakteurinEsther Maas

In Ensdorf leben 1439 Senioren, die 65 Jahre und älter sind. Und die Zahl wird in den kommenden Jahren noch ansteigen. Nicht jeder ist bis ins hohe Alter fit und mobil. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis immer mehr Menschen froh sind, wenn sie bequem in den Supermarkt, die Bäckerei oder das Möbelgeschäft kommen. Der Shuttleservice ist ein schönes Angebot für Senioren, die sich Lebensmittel oder andere Gebrauchsgegenstände nicht liefern lassen möchten, sondern im Geschäft selbst aussuchen wollen. Dass sich gleich acht Ehrenamtliche gemeldet haben, um das City-Mobil zu fahren, ist ein guter Anfang. Die älteren Bürger werden das Angebot zu schätzen wissen. Und den Geschäften vor Ort bleibt so die Kundschaft erhalten.