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Etappensieg für die Flüchtlingshilfe

Etappensieg für die Flüchtlingshilfe

Dillinger Verein Pro Voce bekommt nach langen Diskussionen nun einen Mietkostenzuschuss für die Räume in der Stadt in Höhe von 1380 Euro.

Die gute Nachricht für den Dillinger Verein Pro Voce gleich vorweg: In seiner nicht-öffentlichen Sitzung hat der Finanzausschuss am Mittwochabend auf Vorschlag der Verwaltung dem Vereins-Antrag auf Mietkostenzuschuss in Höhe von 1380 Euro einstimmig zugestimmt. Das teilte Bürgermeister Franz-Josef Berg am Donnerstagvormittag mit.

Zur Vorgeschichte: Mit einem Hilferuf hatte sich Matthias Kremer, Vorsitzender des Vereins Pro Voce an die Saarbrücker Zeitung gewandt. Mehrfach haben wir über die Arbeit des Vereins in der Flüchtlingshilfe in Dillingen berichtet. Die ist seit Sommer vergangenen Jahres in der Hüttenwerkstraße in einem Büro beheimatet. Neben Sprachkursen bietet Gökcen Bicer, Mitarbeiterin des Vereins, Hilfe in vielen Fragen an. "Es ist wichtig, dass wir mitten in der Stadt sind, das Büro hat sich zur Anlaufstelle und zum Treffpunkt entwickelt", sagte sie. Rund

30 Flüchtlinge, darunter viele Frauen und Kinder, berichtet sie, kommen jede Woche zu ihr. "Die meisten kommen nicht nach Termin, sondern dann, wenn es brennt. Doch ich bin gerne hier und helfe", betont sie. Doch ausgerechnet die Finanzierung des Raumes, in der die vielfältigen Hilfsangebote stattfinden, bereitet, wie Kremer erklärte, dem Verein große Schwierigkeiten.

Rückblick: Im Juni 2016, sagt Kremer, hat er den Mietvertrag unterschrieben, damals, betonte er, stand für ihn die Zusage von Citymanager Kai Hölscher, dass die Stadt im Rahmen der Beseitigung von Leerstand für zwölf Monate die hälftige Miete übernimmt, im Raum. Leider, sagte Kremer, wurde die mündliche Zusage bis heute nicht erfüllt, der Verein muss die monatlichen 230 Euro Kaltmiete allein aufbringen. Daher scheute er sich Anfang des Jahres nicht, einen Antrag an Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg zu stellen, bat ihn zu helfen "Wir sind durch die Ablehnung der Förderung in einen finanzielle Schieflage geraten und können den Mietzins nicht mehr zahlen", erklärte Kremer. Nach sechs Wochen Wartezeit, sagte er, warte er noch immer auf eine Antwort. Jetzt wollte er mit seinem Verein mobil machen. "Ich habe 3000 Flyer drucken lassen, die werden in den kommenden Wochen bis zur Wahl in der Stadt verteilt." Auf den Flugblättern greift der Verein Berg direkt an. "Millionen für den Gaudi Schuppen - Berg lässt Flüchtlingshelfer in die Röhre gucken" ist darauf zu lesen. "Wir werden bis zur Wahl Druck auf die Politik machen, das ist unsere einzige Chance, Gehör zu finden. Sollten wir keinen Zuschuss bekommen, werden wir den Vertrag Ende März kündigen", sagte er.

Druck, erklärt Franz-Josef Berg auf Anfrage unserer Zeitung, mache aktuell wenig Sinn, da man sich in den Haushaltsberatungen befinde. Das heiße aber nicht, dass man den Verein nicht unterstützen wolle. "Viele Vereine engagieren sich ehrenamtlich. Trotz der extrem angespannten Haushaltsalge versuchen Stadt und Stadtrat Mittel zur Verfügung zu stellen", betonte er. Pro Voce wurde, erklärt Berg, bereits im Oktober ein Zuschuss in Höhe von 2000 Euro vom Sozialsauschuss gewährt. Hier hatte der Verein um Unterstützung für die Durchführung von Projekten für die Flüchtlingsbegegnungsstätte gebeten. Dann ging im November ein weiterer Antrag von Pro Voce beim Citymarketing ein. "Der wurde vom Aufsichtsrat mit der Begründung, dass es nicht die Aufgabe des Citymarketing sei, Vereine zu unterstützen, abgelehnt", sagte Berg. Zudem habe es nie eine Zusage von Hölscher gegeben, da darüber immer der Aufsichtsrat in Gänze entscheiden müsse. Aber, erläuterte er weiter, man habe Kremer geraten, sich in einem weiteren Antrag an die Stadt zu wenden. Und dieser ist nun positiv beschieden worden.