„Es geht um den Wert unserer Kinder“

„Es geht um den Wert unserer Kinder“

Vor zehn Jahren eröffnete die Dillinger Hütte eine Betriebskindertagesstätte „Kleine Hüttenbären“ mit Modellcharakter. Heute bietet die Einrichtung 75 Kindern im Alter von acht Wochen bis sechs Jahren einen Betreuungsplatz.

Die Stars am Freitagnachmittag im Gästehaus der Dillinger waren die rund 30 kleinen Hüttenbären. Sie sangen sich mit ihren deutschen und französischen Liedern in die Herzen der Gäste, gratulierten sich damit zum runden Geburtstag.

Zwar ist die als Betriebskindertagesstätte vor genau zehn Jahren gegründete Einrichtung noch nicht besonders alt, doch hat sie bis heute für das Saarland Modellcharakter. Michael Fischer, Betriebsratsvorsitzender der Dillinger, erinnerte in der Feierstunde an die Anfänge der Hüttenbären, die heute an zwei Standorten 75 Kindern im Alter von acht Wochen bis sechs Jahren einen Betreuungsplatz bieten.

"Wir haben damals einen Traum gehabt und sind froh, dass, auch wenn die Realisierung zwei Jahre gedauert hat, endlich das Projekt im Herbst 2006 verwirklicht werden konnte", erklärte er. Vor allem die Zusammenarbeit von Arbeitgeber und -nehmer, aber auch von Landkreis und Ministerium, dazu die Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo), seien für diese Erfolgsgeschichte verantwortlich.

Den Erfolg des betriebsnahen Kindergartens macht Peter Schweda, Arbeitsdirektor und Personalvorstand der Dillinger an Aktivitäten in den Bereichen Kunst, Kultur, aber auch Wissenschaft und Ernährung und den Französischkenntnissen der Kinder fest. "Natürlich verursacht ein Kindergarten Kosten, doch es geht um den Wert unserer Kinder in der Gesellschaft. Der Wert der frühen kindlichen Bildung lässt sich mathematisch vielleicht nicht errechnen, ist aber wissenschaftlich erwiesen", betonte er.

Froh darüber, dass sich die Hütte die Awo als Kooperationspartner ausgesucht hat, ist Awo-Landesvorsitzender Marcel Dubois. "Es hat sich viel getan in den zehn Jahren, damals gab es noch keinen Rechtsanspruch auf einen Platz, das ist heute zum Glück anders. Wir sorgen mit den Betriebskindergärten nicht zuletzt auch dafür, dass das große Potenzial, das Frauen im Berufsleben mitbringen, nicht verloren geht", erklärte er. Er dankte vor allem dem Personal an den beiden Hüttenbären-Standorten, Paul-Desfossez-Allee und Werderstraße.

Von Anfang an das Konzept der Betriebsnähe begleitet hat Martina Holzner, bis April Leiterin der Einrichtung. Sie betonte, dass in der Einrichtung die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsunternehmen und Träger stets mit Leben gefüllt ist. "Wir hatten ein Benefizkonzert mit der Werkskapelle, es gab Forschungsprojekte zum Thema Stahl, die gelebte inhaltliche Zusammenarbeit wird auch weiterhin prägend sein", sagte sie.

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